Was ist eine Typisierung?

Als Typisierung bezeichnet man die eigentlichen Laborarbeiten, die für eine Aufnahme in die Stammzellspenderdatei notwendig sind. Aus einer Blutprobe - es genügt ein Fingerhut voll Blut - werden die benötigten HLA-Gewebemerkmale im Labor bestimmt. Das gleiche funktioniert auch mit einem Abstrich der Mundschleimhaut.

Nach entsprechender Aufklärung über die Stammzellspende muss ein Spender schriftlich sein Einverständnis zu dieser Untersuchung und zur Registrierung seiner Daten geben. Im Anschluss an die Analyse werden die Daten in der Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung gespeichert. Von dort werden die HLA-Werte (Gewebemerkmale), das Alter und Geschlecht, sowie weitere transplantationsrelevante Werte anonym hinterlegt und unter einer zur  Identifizierung genutzten Spendernummer an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) übermittelt, wo die weltweiten Suchanfragen für die Patienten eingehen.

Die Daten der Spender stehen bis zu deren 61. Lebensjahr für weltweite Suchanfragen der Transplantationskliniken rund um den Globus zur Verfügung.

Hintergrund: Benötigt ein Leukämie- oder Tumorpatient einen Stammzellspender beginnt die Suche nach einem so genannten „genetischen Zwilling“, heißt es oft. Aber wer oder was ist ein genetischer Zwilling? Und wie findet man ihn? Dazu ein Interview mit Diplom-Biologe Dr. Marco Schäfer, Leiter des HLA-Labors der Stefan-Morsch-Stiftung.

 

Eine Blutprobe genügt, um Mitglied im Team der lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung zu werden. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung