Lebensfest für Katrin – 304 Stammzellspender

Artikel vom 7. Dezember 2018

Anna Kölsch und ihr Bruder leo sind zwei der 304 menschen, die sich bei "Hilfe für Katrin" als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrierten.

Kinder spielten fangen, geschmückte Tannenzweige auf den Tischen, Live-Musik und ein kleines Blockflötenkonzert, Kaffee und Süßes, Würstchen und bemalte Marienkäfersteine mit der Aufschrift „Viel Glück“. Es schien eine Weihnachtsfeier zu sein, aber es war viel mehr ein Fest für das Leben:

Alle, die nach Morbach-Weiperath gekommen waren, schienen der an einem Lymphom erkrankten Katrin und ihrer Familie zeigen zu wollen: Wir stehen euch bei.

304 Menschen ließen sich als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren, um für die 33-jährige Mutter und andere Patienten vielleicht der genetisch passende Lebensretter zu sein. Rund 3600 Euro Spenden zugunsten der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke landeten an dem Tag in den Spendendosen.

Sprachlos über die Unterstützung von allen Seiten

Katrins ganze Familie ist da – ihr Mann mit der kleinen Tochter, der Bruder, die Schwester mit ihrer Familie, Katrins Eltern – alle packen mit an. „Danke“, ganz oft sagen das Sarah Steinmetz, Katrins beste Freundin, und Katrins Eltern an dem Tag, schütteln Hände, umarmen, nehmen Spenden entgegen. „Wir sind sprachlos über die Hilfe und die vielfältige Unterstützung.“ Die Liste derjenigen, die in den letzten Wochen mithalfen, Spenden sammelten, Flyer verteilten, anderen von der Typisierung erzählten, beim Auf- und Abbau halfen, sich für Dienste oder Kuchenspenden bereit erklärten, ist lang und geht durch alle Altersgruppen. Die Familie und Freunde wie Sarah Steinmetz, die gemeinsam die Hilfsaktion für Katrin auf die Beine stellten, möchten niemanden vergessen: „Wir möchten allen einfach ‚Danke‘ sagen! Wir sind beeindruckt davon, dass Menschen, die sich teilweise nicht kennen, so gut zusammengearbeitet haben.“

Firmen und Schulen stehen Katrin bei

Bereits vor dem Typisierungstermin starteten Katrins ehemalige Arbeitskollegen bei Fielmann einen Aufruf in mehreren Filialen, bei dem sich 24 Mitarbeiter registrierten. Auch das Unternehmen Hahn Automation in Rheinböllen unterstützte den Hilfeaufruf: 145 Menschen registrierten sich dort als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung. Weitere Typisierungsaufrufe für Katrin und andere Patienten sind in den nächsten Wochen geplant. „Danke an alle Firmen und Schulen, die Katrin und anderen Patienten durch ihr Engagement beistehen“, möchte die Familie loswerden. „Auch Katrin ist gerührt von der Unterstützung auf allen Ebenen. Sie freut sich, dass sich so viele Menschen registriert haben und so nicht nur ihr, sondern ganz vielen Menschen geholfen werden kann.“

Mehr als 470 Lebenschancen

Auch Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Datei, ist beeindruckt: „Der Zusammenhalt in Morbach und Umgebung ist spürbar! Die bis jetzt mehr als 470 neuregistrierten Spender bedeuten Lebenschancen – für Katrin und andere Patienten. Danke an die vielen Helfer und Unterstützer und an die, die mit Geldspenden helfen wollen. Sie alle leisten einen Beitrag dazu, dass wir Patienten wie Katrin helfen können. Die mehr als 20 000 Euro wurden in den letzten Wochen und am Aktionstag gespendet. Spendengelder wie diese helfen dabei, die Registrierungskosten von rund 40 Euro, die bei jeder einzelnen Typisierung entstehen, finanzieren zu können. Außerdem hilft die Stiftung Patienten, die wegen ihrer Krebserkrankung in finanzielle Not geraten sind.“

Die HLA-Merkmale müssen übereinstimmen

Die Blut- und Speichelproben sind im hauseigenen Labor der gemeinnützigen Stiftung in Birkenfeld angekommen. Dort werden sie auf die sogenannten HLA-Merkmale untersucht. Im Idealfall müssen zehn dieser Werte mit denen eines Patienten wie Katrin übereinstimmen. Kommt man als Spender in die Auswahl, nehmen Mitarbeiter der Spenderdatei Kontakt auf, beraten und betreuen bei allen weiteren Schritten.

Spenden kann man auf zwei Arten: Mittels der klassischen Knochenmarkentnahme oder mit Hilfe der peripheren Stammzellentnahme aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt.

Wer den Termin verpasst hat und sich trotzdem noch registrieren möchte, kann das online hier auf der Homepage nachholen. Über die kostenlose Hotline 0800 – 76 67 724 kann man sich auch direkt an Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung wenden. (az)

Zurück zur Übersicht

Ihre Ansprechpartner für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit finden Sie hier.