ZIBB-Sommergarten berichtet über die Hilfe für Leukämiekranke

Artikel vom 24. Juli 2013

Spender Thomas Sassinek und Patientin Jennifer haben sich beim RBB im ZIBB-Sommergarten wiedergesehen – Hinter den Kulissen: RBB-Mitarbeiter ließ sich typisieren

In der Sendereihe zibb im Sommergarten des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB) hat sich die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei, vorgestellt. Am Mittwoch, 24. Juli 2013, 18.30 Uhr wurde im rbb-Sommergarten eine ganz besondere Geschichte erzählt: Mut machend. Die Geschichte von Thomas Sassinek und Jennifer P.. Die Geschichte eines an Leukämie erkrankten Mädchens aus Berlin und eines wildfremden Mannes aus Lippetal in Nordrhein-Westfalen, der der jungen Frau das Leben gerettet hat. Hinter den Kulissen ließen sich Mitarbeiter des Senders typisieren – Neue Mitglieder im Team der Lebensretter.

Thomas Sassinek aus Lippetal ist Jahrgang 1968 und regelmäßiger Blutspender. Im September 2002 war er bei einem Blutspendetermin der DRK-Hagen in Lippetal. Dort hat die Stefan-Morsch-Stiftung die Typisierung – sprich die Registrierung als Stammzellspender – angeboten. Seitdem ist Herr Sassinek in der Spenderdatei registriert. Ein kleiner hellblauer Spenderausweis dokumentiert die Mitgliedschaft in der Datei der Lebensretter, die von Emil und Hiltrud Morsch 1986 nach dem Tod ihres Sohnes Stefan gegründet wurde. Der 16 jährige Stefan Morsch aus Birkenfeld erkrankte Anfang der achtziger Jahre an Leukämie. Einer Krankheit, die damals einem Todesurteil gleich kam. Doch seine Eltern kämpften und so wurde ihm als erstem Europäer 1984 fremdes Knochenmark übertragen. Die Transplantation war erfolgreich, aber der Junge überlebte die Nachsorge nicht. Spenderdateien – wie es sie heute weltweit in einem großen Netzwerk gibt – waren damals nicht greifbar. In Deutschland gab es keine. Stefans Wunsch gemäß gründeten seine Eltern die erste deutsche Spenderdatei. Seither sind täglich Teams der Stiftung in ganz Deutschland unterwegs, um darüber aufzuklären, wie mit einer Stammzellspende geholfen werden kann. Menschen, wie Jennifer P.:

Jennifer, Jahrgang 1989, aus Berlin, erkrankt 2005 an Leukämie. Zunächst bekommt die Schülerin Chemotherapie. 2007 geht es bergauf. Sie macht ihren Führerschein, geht wieder zur Schule. Kurz vor Weihnachten 2008 erleidet die junge Frau wieder einen Rückfall. Ihre letzte Chance ist nun eine Stammzelltransplantation. Mit der Übertragung gesunder Blutstammzellen bekommt der Patient ein neues blutbildendes System. Dazu bedarf es aber eines geeigneten Spenders. In den meisten Fällen findet sich ein solcher Spender nicht im eigenen Familienkreis, dann wird ein so genannter Fremdspender gesucht, der die gleichen genetischen Merkmale wie der Patient hat.

So ist es auch bei Jennifer. Parallel zur Suche nach einem geeigneten Stammzellspender in den Spenderdateien organisiert ihre Oberstufenkoordinatorin eine Typisierungsaktion. Doch ihr so genannter „genetischer Zwilling“ , dessen HLA-Merkmale mit denen von Jennifer P. übereinstimmen muss, wird nicht in Berlin gefunden. Es ist Thomas Sassinek aus Lippetal. Es ergab sich sogar eine sehr hohe Übereinstimmung der für die Transplantation so wichtigen HLA-Merkmale.

Thomas Sassinek wird von der Stefan-Morsch-Stiftung informiert und auf die Entnahme vorbereitet. Er fährt zur Knochenmarkentnahme nach Wiesbaden. Dort wird in Vollnarkose der Beckenkamm punktiert. Die maximal mögliche Transplantatmenge (fast 1,5 L) wird auf dem schnellsten Weg nach Berlin gebracht. Am 14. April 2009 erfolgt die Transplantation.

Sie verläuft erfolgreich. Die Maximalspende hat sich verstärkt positiv auf den Heilungsprozess ausgewirkt. So erfolgreich, dass sich Spender und Patientin im Juni 2011 zum ersten Mal treffen können. Das Treffen findet beim Sommerfest der Stefan-Morsch-Stiftung statt, die damals ihr 25 Jähriges Bestehen feiert und ein Spender-Patienten-Treffen organisiert. Fortan bleiben Thomas Sassinek und Jennifer P., aber vor allem auch ihre Mutter Susanne und ihr Vater Thomas in Kontakt. 2012 gibt es noch einmal einen Rückfall. Doch Thomas Sassineks Stammzellen helfen der jungen Frau auch diese Krise zu überwinden. Heute studiert sie Jura in Potsdam. Beide haben sich nun im Sommergarten des RBB wiedergesehen.

Hinter den Kulissen ließen sich auch die Mitarbeiter der ZIBB Redaktion typisieren – neue Mitglieder im Team der Lebensretter.

Wie wird man Stammzellspender?

Prinzipiell kann sich jeder gesunde Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren registrieren lassen. Informationen über Ausschlussgründe lassen sich auf der Internetseite der Stefan-Morsch-Stiftung (www.stefan-morsch-stiftung.de) nachlesen. Die Typisierung ist für alle Spender kostenlos, jedoch werden Spenden zur Finanzierung der Blutuntersuchungen gerne entgegen genommen – da jede Blutanalyse mindestens 50 Euro kostet.

Die aktuellen Termine für die Typisierungsaktionen der Stefan-Morsch-Stiftung  findet man auf der Internetseite (www.stefan-morsch-Stiftung.de). Zudem gibt es die Möglichkeit sich über die Homepage auch Online registrieren zu lassen. Über den Button „Online-Registrierung“ auf der Startseite kann man sich eingehend informieren,  die Einverständniserklärung ausfüllen und sich ein Entnahmeset  zuschicken lassen – entweder eine kleine Blutprobe oder einen Abstrich der Mundschleimhaut. In dem Päckchen ist das entsprechende Material, um sich bei seinem Hausarzt eine Blutprobe entnehmen zu lassen oder den Wangenabstrich durchzuführen. Dieses Päckchen wird dann einfach an die Stefan-Morsch-Stiftung zurückgesendet. 

Zahlen und Fakten zur Stefan-Morsch-Stiftung

Die Stefan-Morsch-Stiftung, mit Sitz in Birkenfeld (Rheinland-Pfalz), ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem  Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die Stiftung seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke.  Hauptziel der Stiftung ist es, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Daher sind nahezu täglich Teams der Stiftung in ganz Deutschland unterwegs, um bei so genannten „Typisierungsaktionen“  über das Thema Stammzellspende zu informieren. 270 Typisierungsaktionen wurden so bundesweit organisiert.  Emil Morsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung: „Bei uns stehen die Menschen im Mittelpunkt, die Hilfe benötigen.“

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