Vereins-Jubiläum soll auch Leukämiepatienten helfen

Artikel vom 15. Mai 2017

Der SV Lockweiler-Krettnich engagiert sich für die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung

90 Jahre Fußballgeschichte werden von Freitag, 7. Juli, bis Sonntag, 9. Juli, in Lockweiler gefeiert. Neben Spiel, Spaß und Fußball steht auch ein sehr ernstes Thema im Mittelpunkt: Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, hofft man auf Seiten des Vorstands möglichst viele potentielle Spender im Alter von 18 bis 40 Jahren für diese gute Sache gewinnen zu können.

Seitdem im Jahr 1927 auf Initiative der katholischen Kirche die „Deutsche Jugendkraft (DJK)“ gegründet wurde, gibt es im Waderner Ortsteil Lockweiler einen geordneten Fußballbetrieb.1933 wurde schließlich die Spielvereinigung Lockweiler-Krettnich gebildet.

Fest für Familien und Fußball-Freunde

Für das 90-jährige Bestehen will man am Samstag die Freunde aus der Region – Familien, Hobby- und Theken-Mannschaften – zu allerlei Wettbewerben auf den Sportplatz in der  Mittelbach einladen: Elfmeterschießen, Dosenwerfen, Fußballbowling und Sackhüpfen. Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen des Fußballs: Nach einer Matinee mit Ehrungen langjähriger Mitglieder und einem deftigen Mittagessen werden die Spiele des VfL Primstal gegen FC Noswendel-Wadern und des SV Lockweiler-Krettnich gegen den SV Bardenbach mit Spannung erwartet.

Typisierung in Lockweiler

Samstags und sonntags besteht auch die Gelegenheit Gutes zu tun: Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an Leukämie – viele hiervon Kinder und Jugendliche. Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht helfen, ist eine Stammzelltransplantation die letzte Chance, was jedoch nur funktioniert, wenn sich  genügend gesunde Spender als mögliche Lebensretter zur Verfügung stellen.  In Spenderdateien, wie beispielsweise der weltweit vernetzten Stefan-Morsch-Stiftung aus dem rheinland-pfälzischen Birkenfeld, sind derzeit mehr als 29 Millionen Menschen registriert. Dennoch ist es heute nach wie vor ein glücklicher Zufall, einen passenden Spender zu finden. Michael Berlt, Vorsitzender des Fördervereins des SV Lockweiler-Krettnich, will dem Glück durch einen Aufruf zur Typisierung auf die Sprünge helfen: „Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, dass einem an Leukämie erkrankten Menschen geholfen werden kann.“

Hilfe für Leukämiekranke

Am Info-Stand der Stiftung werden in einem Gesundheitsfragebogen die wichtigsten Ausschlusskriterien abgefragt – etwa schwere Vorerkrankungen, starkes Übergewicht und die Zahl der Schwangerschaften. Ist der Fragebogen vollständig ausgefüllt und unterschrieben, wird eine  Speichelprobe entnommen. Diese Probe wird im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung analysiert und die für eine Transplantation wichtigen Gewebemerkmale (HLA-Werte) in der Spenderdatei der Stiftung gespeichert. Das bedeutet:  HLA-Werte, Alter und Geschlecht sowie weitere transplantationsrelevante Werte werden anonym hinterlegt. Gemeinsam mit der Spendernummer werden diese an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) übermittelt, um für  weltweite Suchanfragen von  Patienten zur Verfügung zu stehen.

Michael Berlt erklärt: „Wir als Verein sind geübte Teamarbeiter. Vielleicht können wir auch helfen, dass an Leukämie erkrankte Menschen eine Chance auf Heilung bekommen.“

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