Typisierung: Denise kämpft um ihr Leben

Artikel vom 31. August 2017

Denise aus Namborn braucht dringend einen Stammzellspender.

„Ich kämpfe“, sagt Denise. Die 43-Jährige Mutter leidet an Non-Hodgkin-Lymphom und sucht dringend einen passenden Stammzellspender. Sie will Leben, obwohl sie derzeit durch die Hölle geht. Denn sie will ihren 15jährigen Sohn aufwachsen sehen. Deshalb startet das DRK in Heiligenwald (Kreis Neunkirchen) zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung am Donnerstag, 7. September, einen dringenden Aufruf: Komm zwischen 17 und 20 Uhr ins Bürgerhaus, Karlstr. 35, zur Blutspende und zur Typisierung.

Die meisten Blutspenden kommen Krebspatienten wie Denise aus Namborn zu Gute. Das hängt auch mit der modernen Chemotherapie zusammen. Die „Chemo“ wie sie auch die 43 Jahre alte Zugbegleiterin der Deutschen Bahn AG bekommt, führt in vielen Fällen zu einer vorübergehenden kompletten Unterdrückung der körpereigenen Blutbildung im Knochenmark. Daher sind Patienten in diesen kritischen Behandlungsphasen auf lebenswichtige Blutübertragungen angewiesen. So helfen Blutspenden auch über die Wartezeit hinweg, die es dauert, um im Ernstfall einen passenden Stammzellspender für Denise zu finden.

Blutspende überbrückt Wartezeit

Deshalb arbeiten das DRK in Heiligenwald und die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erste Stammzellspenderdatei, hier eng zusammen. Denise hat es in ihrem Leben bisher nicht leicht gehabt. Doch die jetzige Erkrankung ist ein wirklich schwerer Kampf. Denise will sich jedoch nicht unterkriegen lassen. Mit trockenem Humor kämpft sie gegen die Schmerzen und die Angst zu sterben. Jährlich erkranken allein in Deutschland rund 11 000 Menschen an Leukämie und anderen schweren Tumorerkrankungen wie etwa das Non-Hodgkin-Lymphom. Wenn die „Chemo“ nicht ausreicht, ist die Transplantation von Knochenmark oder Blutstammzellen eines gesunden Spenders für die Patienten die letzte Hoffnung.

Typisierung am 7. September

Wichtig ist aber, dass die genetischen Merkmale von Spender und Patient übereinstimmen. Deshalb kann jeder Blutspender mit der Typisierung gleich zweimal zum Lebensretter werden. Unter dem Motto „1 mal Stechen, 2 mal Helfen“ bekommen Blutspender, die sich typisieren lassen wollen, einfach ein Röhrchen Blut (knapp einen Fingerhut voll) zusätzlich abgenommen. Dieses Röhrchen geht dann zur Analyse ins Labor der Stefan-Morsch-Stiftung. Die Gewebemerkmale werden dort registriert und anonymisiert an das deutsche Zentralregister der ZKRD in Ulm weitergegeben, wo sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen.

Info vor der Stammzellspende

Als Stammzellspender kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahre bis 40 Jahre kostenlos registrieren lassen. Mit dem Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Die Eltern sollten dann die Einverständniserklärung mit unterschreiben. Über die Ausschlusskriterien kann man sich im Vorfeld unter www.stefan-morsch-stiftung.de informieren. So muss man mindestens 50 Kilo wiegen, ähnlich wie bei der Blutspende.

Bei der Blutspende sind jedoch die Altersgrenzen anders. Denn hier muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Neuspender dürfen nicht älter als 68 Jahre sein. Denise und ihre Familie hoffen, dass für sie aber auch für andere Patienten ein passender Spender findet: „Ich bin froh, wenn durch diesen Aufruf auch für andere Patienten ein passender Spender gefunden wird. Wünsche mir aber auch, dass ich einen Lebensretter finde. Ich will das schaffen!“ (dji)

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