TSV will beim Jubiläum Lebensretter suchen

Artikel vom 14. Januar 2019

Jenny Heidger unterstützt den Aufruf des TSV Emmelshausen zur Typisierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung.

Ca. 1300 Mitglieder hat der TSV Emmelshausen, der 2019 sein 50-jähriges Bestehen feiert. Am Sonntag, 22. September, ab 12 Uhr, will der Verein seine Gäste im Stadion Emmelshausen nicht nur zum Mitfeiern animieren, sondern auch dazu aufrufen, Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke zu leisten und sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Was man damit bewirken kann, zeigt Jenny Heidgers Geschichte, die einem kleinen Jungen in Frankreich eine Chance auf Leben gegeben hat. 

Jenny´s Stammzellenspende

Irgendwo in Frankreich gibt es einen 13-jährigen Jungen, der vor fast genau einem Jahr um sein Leben gekämpft hat.  Aplastische Anämie lautete die Diagnose. Jenny Heidger, Gesundheits- und Krankenpflegerin aus Emmelshausen, kennt ihn nicht. Sie weiß keinen Namen. Sie weiß nicht, ob er gerne Fußball spielt oder wie sie lieber Musik macht. Und trotzdem sind ihre beiden Leben seit einem Jahr miteinander verbunden. Die 25-jährige hat 2018 Stammzellen gespendet, damit dieser Junge eine Chance auf Leben bekommt. Jetzt macht sie sich dafür stark, dass sich mehr Menschen als Spender bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, registrieren lassen. Der TSV Emmelshausen, in dem ihr Vater der Schatzmeister ist, plant zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung im Rahmen der Feierlichkeiten am 22. September einen Typisierungsaufruf. Die Stefan-Morsch-Stiftung will, dass   Jennys Beispiel Schule macht und wieder neue Stammzellspender aus Emmelshausen und Umgebung gefunden werden.

Typisierung ist einfach

Jenny Heidger hat sich 2014 als Stammzellspenderin registrieren lassen. Sie weiß: „Das ist ganz einfach! Eine Speichelprobe genügt.“ Wer nicht älter als 40 Jahre und gesund ist, kann sich am Stand der Stefan-Morsch-Stiftung im Stadion Emmelshausen informieren und dann auch gleich typisieren lassen.

Aplastische Anämie

Als Gesundheits- und Krankenpflegerin ist ihr bewusst, dass viele Leukämie- und Tumorpatienten eine Stammzellspende brauchen, wenn Chemo und/oder Bestrahlung keine Heilung bringen. Meist findet sich aber in der eigenen Familie kein passender Spender, dann kann nur ein so genannten „Fremdspender“, der die gleichen genetischen Merkmale besitzt, Hoffnung auf Leben geben.

Stefan-Morsch-Stiftung – Spender gesucht

Im März 2018 bekam Jenny von der Stefan-Morsch-Stiftung die Nachricht, dass sie als Spenderin einem Patienten möglicherweise helfen kann. „Ich war total aufgeregt“, erzählt die damals 24-Jährige, die in ihrem Berufsalltag auf der Kardiologie in einem Koblenzer Krankenhaus, mit dem Thema Stammzelltransplantation nicht in Berührung kommt.

TSV Emmelshausen engagiert sich

Nachdem sie von A bis Z über die Chancen und Risiken der Spender aufgeklärt und von Kopf bis Fuß untersucht wurde, war klar, dass sie Knochenmark spenden wird. „Das ist die seltenere Form der Stammzellentnahme, die heute zumeist wie bei einer Dialyse über den peripheren Blutkreislauf gemacht wird“, so eine Sprecherin der Stiftung. Jenny Heidger hat die Knochenmark-Entnahme, die unter Vollnarkose durch Punktion des Beckenkamms, vorgenommen wurde, gut überstanden. „Ich hatte nahezu keine Schmerzen und war nur die nächsten Tage ziemlich müde. Ich bin froh, dass ich das gemacht habe. Kleiner Aufwand, große Wirkung“, lautet ihr Fazit. Sie hofft nun, dass sich durch den Aufruf des TSV Emmelshausen e.V., Vereinsmitglieder und Festgäste ebenfalls als potenzielle Lebensretter registrieren lassen. (dji)

Das Festprogramm am Sonntag, 22. September, sieht folgendermaßen aus:

10:30 Uhr: ökumenischer Festgottesdienst mit anschließendem Mittagstisch

Anschließend: 3 Fußball-Meisterschaftsspiele

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