Studium musste warten: Hilfe für Leukämiepatient hatte Vorrang

Artikel vom 3. August 2017

Andreas Theis hat Stammzellen bei der Stefan-Morsch-Stiftung gespendet.

Studium oder Ausbildung, Sport und Freunde treffen. So sollte der Alltag eines 20-Jährigen aussehen. Doch irgendwo in Deutschland gibt es einen jungen Mann, der stattdessen um sein Leben kämpft. Leukämie lautet die Diagnose. Seine einzige Chance: eine Stammzellspende von einem freiwilligen Spender, der die gleichen genetischen Merkmale besitzt. Zufall oder Glück: Andreas Theis aus Birkenfeld ist dieser „genetische Zwilling“ und seit 2009 als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert.

„Mich hat damals Hiltrud Morsch beim Ölmühlenfest angesprochen“, erzählt Andreas Theis von dem Tag als er sich als Spender registrieren ließ. Hiltrud Morsch war die Mutter des Namensgebers der Stefan-Morsch-Stiftung. Sie und ihr Mann Emil haben die Stiftung 1986 nach dem Tod ihres Sohnes gegründet, um Deutschlands erste Datei für Stammzellspender aufzubauen. Heute leitet Susanne Morsch die gemeinnützige Hilfsorganisation, die heute in einem weltweiten Netzwerk täglich Spender für Patienten sucht und findet.

Andreas Theis hilft

Stiftungsgründer Emil Morsch, Andreas Theis aus Birkenfeld, Dr. med. Angelika Himmel, Ärztliche Leitung der Stammzellspenderdatei, Rainer Schell, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender

Spender Andreas Theis steckt mitten in einer schwierigen Studienphase als der Anruf der Stiftung kommt, dass seine Hilfe dringend und ganz schnell gebraucht wird. „Ich habe versucht mich in die Lage des Patienten bzw. seiner Angehörigen zu versetzen. Da würde ich auch hoffen, dass mir jemand hilft.“ Also war für den 29-jährigen Birkenfelder klar: Er hilft.

Stammzellspende in Birkenfeld

Neben seinem Politischen Engagement für die Jusos und die SPD in Birkenfeld verbringt er seine Freizeit mit Sport: Leichtathletik, Fußball und Badminton. Das ausführliche Vorbereitungsgespräch nutzt der Student, der Physik, Mathe und Sport auf Lehramt studiert, um sich unter anderem darüber zu informieren, wie lange er keinen Sport machen darf, wenn er Stammzellen spendet. Die umfangreiche Voruntersuchung zeigt: Andreas Theis ist kern gesund und darf spenden. Ein paar Tage später ist es dann soweit: „Nachdem er sich einen körpereigenen Botenstoff verabreicht kann, wird er morgens in der Entnahmestation der Stefan-Morsch-Stiftung an eine Apherese-Maschine angeschlossen. Die funktioniert ähnlich wie ein Dialyse-Gerät und filtert die Zellen aus dem peripheren Blutkreislauf.

Spende hilft Lerben retten

„Normalerweise sind die Stammzellen im Knochenmark. Durch den körpereigenen Botenstoff, den die Spender gespritzt bekommen, wandern die Zellen ins Blut und können dort abgesammelt werden“, so eine Sprecherin der Stiftung. Das ist ein einfacher als eine Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm. Der Spender hat vorher meist Kopfweh oder Grippe ähnliche Symptome. Andreas Theis bestätigt das: „Aber das ist nicht so schlimm, im Vergleich zu dem, was man mit einer Stammzellspende bewirken kann.“

Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stiftung, erklärt: „Ohne Menschen wie Andreas Theis wäre unsere Arbeit als Stammzellspenderdatei nicht möglich – ganz konkrete Hilfe für Leukämie-und Tumorkranke.“ (dji)

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