Abgesagt: Sielaff ist unterwegs, um Leben zu retten

Artikel vom 11. März 2020

Frank Sielaff aus Waldorf (Kreis Ahrweiler) engagiert sich für die Stefan-Morsch-Stiftung.

Der VfR Waldorf wird 100 Jahre alt. Selbstverständlich wird dieses Jubiläum gebührend gefeiert. Drei Veranstaltungen sind 2020 geplant. Die erste am Samstag, 28. März, soll am „Tag der offenen Sporthalle“ zeigen, was der Verein sportlich so alles drauf hat. Zudem will man dazu aufrufen, sich auch im Kampf gegen Leukämie zu engagieren. Es wird zur Registrierung als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung aufgerufen, die auch durch eine Geldspende unterstützt werden soll.

KG Bad Breisig und VfR Waldorf

Die Idee für die Benefizaktion hatte Frank Sielaff, der Schatzmeister der Waldorfer. Er ist selbst seit mehr als 20 Jahren bei der ersten Stammzellspenderdatei Deutschlands registriert. Mit den Blau Roten Funken der KG Bad Breisig hatte er sich bei einem Aufruf entschlossen. „Das tut nicht weh und es hilft!“ Seit damals gab es immer mal wieder Berührungspunkte, die bei ihm das Bewusstsein wachgehalten haben, wie wichtig das Engagement im Kampf gegen Blutkrebs ist. Deshalb hat er sich dafür stark gemacht, dass der Erlös aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen, Grillgut und Kaltgetränken an die Birkenfelder Stiftung gespendet wird: „Karriere ist nicht alles!“, sagt der 39-Jährige, der bei der Telekom die Flottensteuerung managet.

Stammzellkurier unterwegs

Darüber hinaus tauscht er alle zwei Wochen in seiner Freizeit den Computer gegen eine kleine Transportbox aus, die er hütet wie seinen Augapfel. Dann ist er Kurier – Stammzellkurier bei Ontime Courier. Und das ist etwas ganz besonders. Denn der Hobbysportler überbringt so schnell als möglich – innerhalb von 72 Stunden – das neue blutbildende System eines Stammzellspenders zu einem Leukämie- oder Tumorpatienten, der ohne diese Zellen keine Chance auf Überleben hat. Dafür reist Frank Sielaff rund um den Globus.

Lange Zusammenarbeit

Jedes Jahr erkranken mehr als 11.000 Menschen an Leukämie. Das ist nur die Zahl der Patienten aus Deutschland. Wenn Chemo- und/oder Bestrahlung nichts bringen, wird eine Stammzelltransplantation geplant. Spender aus der Familie des Patienten kommen nur selten in Frage. Das bedeutet: Man muss, wenn nötig, weltweit nach einem genetisch passenden Spender suchen. Anlaufstelle sind die weltweit vernetzten Stammzellspenderdateien wie etwa die Stefan-Morsch-Stiftung im rheinland-pfälzischen Birkenfeld, die seit ihrer Gründung immer wieder von Vereinen aus dem Kreis Ahrweiler unterstützt wird.

72 Stunden Zeitfenster

Wenn Frank Sielaff nach der Stammzellspende das Transplantat übernimmt und in seine Spezialkühlbox legt, sind seine Gedanken oft auch bei dem Patienten, der so dringend auf die Transfusion wartet. „Mein jüngster Auftrag war für ein gerade sechs Monate altes Kind“, erzählt er. Als Kurier muss er Hunderte von Vorschriften einhalten und dafür sorgen, dass die Stammzellen unbeschadet in der Klinik des Patienten ankommen – egal ob dieser in Australien, Brasilien oder in Flensburg behandelt wird. 72 Stunden ist das Zeitfenster. Bei einem Flug in die USA wäre das beinahe einmal schief gegangen. Doch am Flughafen in Chicago haben die Flughafen-Mitarbeiter und Piloten das Unmögliche möglich gemacht: Den Start eines Fliegers um 25 Minuten verzögert, damit Sielaff trotz verspäteter Landung seines aus Deutschland kommenden Fluges diesen Anschluss noch bekommt. „Und die Passagiere im Flugzeug, die alle wussten, dass ich der Grund für diesen ungewöhnlich langen Zwischenstopp war, haben alle positiv reagiert.“

Stammzellen für ein neues Leben nach dem Blutkrebs.

Werde Lebensretter

Solche Gänsehautmomente erleben Menschen wie Frank Sielaff immer wieder, weil sie Teil eines Netzwerkes sind, das täglich Leben rettet. Ein Netzwerk, dass nur funktionieren kann, wenn es Menschen gibt, die sich bei Typisierungsaufrufen wie am 28. März, in der Vinxtbachhalle als potenzielle Stammzellspender registrieren zu lassen. Frank Sielaff und der Vorstand des VfR Waldorf rufen dazu auf: „Werde Lebensretter. Eine Speichelprobe genügt.“ (dji)

Das Programm am Tag der offenen Sporthalle, 28. März:

14.00 h Fußball für die Kleinen

14.45 h Kinderturnen

15.30 h Zumba mit Sandra

16.15 h Fitness mit Sandra

17.00 h Jumping Fitness mit Ludmilla

18.00 h Badminton & Tischtennis

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