Mountainbiker machen Leukämie die Hölle heiß

Artikel vom 17. Juli 2017

Die Mountaibiker von Grüne Hölle Freisen rufen zur Typisierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung auf.

Sie fahren über Stock und Stein und halten zusammen wie Pech und Schwefel. Die „Höllenhunde“ von der GHF –  einem Mountainbike-Verein – in Freisen (Kreis St. Wendel). Schon in den vergangenen Jahren haben sie immer wieder Benefizveranstaltungen geplant. Jetzt bereiten sie wieder einen MTB Wochenende für die gute Sache vor. Dieses Mal rufen sie neben der  Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke auch für einen schwer verletzten Radsportler aus dem Saarland (#lucabiwer) auf.

Am Samstag, 9. September,  startet das MTB Wochenende in Freisen mit Rennen für Kids in verschiedenen Altersklassen von 4 Jahre 14 Jahre (ab 11 Uhr ). Ab 15 Uhr geht es beim 2h-Jedermannrennen in den Altersklassen U17 bis S4 auf der spektakulären Strecke durch den Bruchwald zur Sache.  Am Sonntag, 10. September, von 07:30 bis 11 Uhr dürfen sich die Tourenfahrer eine der 4 Strecken aussuchen. Dann geht es durch und um Freisen auf bestens vorbereiteten Strecken. Hier ist der Weg das Ziel. Genießen der Streckenverpflegung, der Landschaft und der tollen Wege seht dann im Vordergrund. Start und Ziel an beiden Tagen am Freisener Rathaus. Die Typisierung als Stammzellspender kann vor Ort während, oder nach dem Rennen /der Tour, bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, erfolgen.

Höllenhunde gegen Leukämie

GFH ist die Abkürzung für „Grüne Hölle Freisen“. Die Mitglieder nennen sich „Höllenhunde“ und haben in den vergangenen Jahren nicht nur bei ihren Aus- und Abfahrten einiges erlebt. Vereinsintern weiß man, was es heißt, wenn das Leben durch eine schwere Krankheit plötzlich aus der Bahn gerät. Deshalb haben sie sich jetzt vorgenommen, wieder ganz konkrete Hilfe zu organisieren. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an Leukämie. Viele Kinder oder Jugendliche. Wenn Chemotherapie und Bestrahlung nicht helfen, ist eine Stammzelltransplantation die letzte Chance. Das funktioniert jedoch nur, wenn sich  gesunde Spender als mögliche Lebensretter zur Verfügung stellen.  In Spenderdateien wie der weltweit vernetzten Stefan-Morsch-Stiftung sind fast 30 Millionen Menschen registriert. Doch noch immer gibt es für manchen Patienten keinen passenden Spender.

Typisierung beim Rennen

Zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, die vor 30 Jahren die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands gegründet hat, wollen die „Höllenhunde“ dazu beitragen, dass irgendwann jedem Leukämie-Patienten wirklich geholfen werden kann. Thorsten Schneider, der die organisatorischen Fäden für den Aufruf an die Mountainbike-Szene der Region in der Hand hält, sagt: „Last Euch typisieren! Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, dass einem an Leukämie erkrankten Menschen mit Blutkrebs geholfen werden kann. Wer am 9. Und 10. September nicht nach Freisen kommen kann, hat auch die Chance online zum Lebensretter zu werden.“

Mountainbiker und Lebensretter

Eine Typisierung ist ganz einfach: Zunächst sollte man sich über die Stammzellspende informieren. Am einfachsten geht das vorab über die Homepage der Stiftung, dort kann auch jeder, der zu weit von Freisen entfernt ist, sich online typisieren lassen. Sie sind gesund und volljährig? Wenn Sie nicht älter als 40 Jahre sind, können Sie kostenlos typisiert werden. Jugendliche können sich ab 16 Jahren mit dem schriftlichen Einverständnis der Eltern ebenfalls als Stammzellspender registrieren lassen. Allerdings gibt es wichtige Ausschlusskriterien. Dazu gehören bestimmte schwere Erkrankungen und die Zahl der Schwangerschaften. Denn Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften werden nur sehr selten als Stammzellspender ausgewählt. Auch Menschen, die älter als 40 Jahre sind, werden seltener als Stammzellspender ausgewählt. Dazu die Stefan-Morsch-Stiftung: „Da wir Spendengeldern verantwortungsvoll einsetzen müssen, bitten wir diesen Personenkreis, wenn er sich trotzdem typisieren lassen will, um einen Beitrag in Höhe von 40 Euro zu den Typisierungskosten.“ Thorsten Schschneider wirbt nicht nur für die Typisierung, sondern auch um Spendengelder: „Wir wollen nicht, dass andere durch die Hölle müssen. Deshalb starten wir den Aufruf: Werde Lebensretter!“ Aus aktuellem Anlass wird bei der  Veranstaltung auch auf den Ende Juni schwer gestürzten Mountainbiker Luca Biwer aufmerksam gemacht. Der junge Saarländer war in den vergangenen Jahren immer wieder auch Teilnehmer bei den GHF-Rennen. Er erlitt bei seinem Unfall einen Bruch der Halswirbelsäule und ist nun querschnittsgelähmt.

Sollten Sie noch Fragen haben – die Stefan-Morsch-Stiftung ist unter der gebührenfreien Hotline 08 00 – 766 77 24 oder über info@stefan-morsch-stiftung.de erreichbar. Auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de oder via Facebook kann man sich ebenfalls informieren. (dji)

Infos zum Rennen auf Facebook – einfach hier klicken

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