Mit Know-How und Speichelproben Leben retten

Artikel vom 9. Dezember 2019

Geschäftsführer Stephan Müller und Mitarbeiterin Nadja Langen, BioNTech Idar-Oberstein. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung

250 Mitarbeiter des Biotechnologie-Unternehmens BioNTech am Standort Idar-Oberstein stehen jeden Morgen mit dem Ziel auf, Leben zu retten und schwere Krankheiten wie Krebs zu besiegen. Dafür erforschen sie neue Medikamente, die individuell für Patienten hergestellt werden. Jetzt wollten sich die Mitarbeiter auch privat engagieren und planten eine Typisierung mit der Stefan-Morsch-Stiftung: 40 neue Stammzellspender stehen jetzt Leukämiepatienten weltweit als Lebensretter zur Verfügung.

Mit Forschung Blutkrebs besiegen

BioNTech wurde 2008 mit Sitz in Mainz gegründet. Leitidee war, individualisierte Krebstherapien voranzutreiben und dafür die passenden Medikamente und Technologien zu entwickeln. Mit diesem Ziel forschen und entwickeln mehr als 1.100 Mitarbeiter an fünf deutschen Standorten und einem in den USA.

BioNTech startet Betriebstypisierung

Dabei arbeiten sie von Anfang an auch mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, zusammen: Regelmäßig organisiert die Entnahmeeinheit der Stiftung Leukozytenspenden, die für Forschungs- und Entwicklungsarbeit gebraucht werden. Die Mitarbeiter von BioNTech wissen, bösartige Erkrankungen wie Blutkrebs können jeden treffen. „Wir haben einen Kollegen an Leukämie verloren. Ich bin schon lange registriert und wollte für meine Kollegen die Gelegenheit ins Haus holen“, erzählt die labortechnische Assistentin Nadja Langen. Sie hat sich gefreut, dass bereits ganz viele bereits als mögliche Spender registriert sind. Sie weiß, wenn Chemo und Bestrahlung nicht helfen, ist die Transplantation gesunder Blutstammzellen die einzige Option. Das geht aber nur, wenn weltweit in Stammzellspenderdateien wie der Birkenfelder Stiftung ein genetisch passender Spender gefunden wird. Je mehr Menschen sich typisieren, desto besser.

Stammzellspende kann Leben retten

Geschäftsführer Stephan Müller ist stolz auf das Engagement seiner Mitarbeiter und hat ebenfalls eine Speichelprobe abgegeben: „Ich finde es sehr gut, dass die Idee von den Mitarbeitern stammte. Wir arbeiten schon lange mit der Datei zusammen und es ist schön, dass wir sie jetzt so unterstützen können.“ Wer nicht älter als 40 Jahre ist, kann sich kostenlos registrieren. Müller hat veranlasst, dass das Unternehmen die Registrierungskosten auch für ältere Mitarbeiter übernimmt. Die Typisierung war dann ganz einfach: Kontaktdaten angeben, Einwilligung unterschreiben und eine Speichelprobe abgeben.

Im Labor der Spenderdatei werden die 40 Speichelproben jetzt auf die genetischen Gewebemerkmale getestet. Um spenden zu können, müssen diese mit denen eines Leukämiekranken übereinstimmen. Dann nimmt eine Mitarbeiterin der Spenderdatei Kontakt auf.

Zwei Arten der Stammzellspende

Stammzellen kann man auf zwei Arten spenden: Die Entnahme peripherer Blutstammzellen funktioniert so ähnlich wie eine Blutplasmaspende und dauert drei bis fünf Stunden. In den Tagen davor muss man sich einen körpereigenen Botenstoff verabreichen, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Bei der klassischen Knochenmarkspende entnehmen Mediziner die Stammzellen aus dem Beckenknochen des Spenders. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde und wird unter Vollnarkose gemacht.

Wer eine Typisierungsaktion organisieren möchte, findet hier weitere Info.

 

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