Lernen und Leben retten

Artikel vom 29. November 2019

Typisierung am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg

Vor mehr als 13 Jahren haben Hunderte Menschen am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg in Lüdinghausen und Dülmen Schlange gestanden, um sich als möglicher Lebensretter registrieren lassen. „Carolin“, eine junge Frau aus Seppenrade, war an Leukämie erkrankt und braucht dringend einen Spender. Seitdem organisieren Schüler regelmäßig Aufrufe, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Jetzt vor Weihnachten plant die Schule einen weiteren Aufruf.

Mehr als 1600 Schüler sind bislang typisiert worden. Über 50 von ihnen konnten seither einem an Leukämie erkrankten Menschen eine Chance auf Leben geben. „Ein herausragendes Engagement“, so Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stefan-Morsch-Stiftung.

Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg engagiert sich

Christoph Wensing, Lehrer an der höheren Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung, weiß wie wichtig solche Typisierungsaufrufe sind: Je mehr Menschen mit ihren Gewebemerkmalen in der Stammzellspenderdatei erfasst sind, desto größer sind die Chancen für einen Erkrankten, darunter den geeigneten Spender zu finden – einen genetischen Zwilling.

Die Stefan-Morsch-Stiftung leistet schnelle und persönliche Hilfe für Leukämiekranke und ihre Familien. Sie betreibt die erste Stammzell-Spenderdatei Deutschlands. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland mehr als 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. Oft reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie und/oder Bestrahlung aber nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben.  Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt.

Leukämie: Stammzellspende rettet Leben!

Deshalb wirbt die Stefan-Morsch-Stiftung für eine „Typisierung“ – eine Registrierung in der Spenderdatei. Das bedeutet: Nach entsprechender Aufklärung muss ein Spender schriftlich seine Einwilligung zur Blutabnahme und Eintragung seiner Daten geben. Aus einem Abstrich der Wangenschleimhaut werden die Gewebemerkmale des Spenders im hauseigenen Labor der Stiftung bestimmt und bei der Spenderdatei gespeichert. Von dort werden sie pseudonymisiert dem Zentralregister in Ulm (ZKRD) übermittelt, wo sie mit denen der Patienten weltweit verglichen werden können. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich somit die Chance, dass einem leukämiekranken Patienten das Leben gerettet werden kann.(az)

Wer an seiner Schule eine Typisierungsaktion organisieren möchte, kann sich an die Stefan-Morsch-Stiftung, Elisabeth Pfaff, Dambacher Weg 5, 55765 Birkenfeld, Telefon: 06781-993391, Email: typisierung@stefan-morsch-stiftung.de, wenden. Weiteres erfährt man auch hier.

 

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