Krankenpflegeschule macht sich stark für Leukämiekranke

Artikel vom 17. März 2017

Hannah Wilhelm und Laura Diwe sind jetzt als Lebensretterinnen für Leukämiepatienten registriert. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung

„Von der Möglichkeit, sich zu typisieren habe ich schon viel gehört. In der Zeitung, im Fernsehen, im Internet. Ich wollte es auch schon lange machen. Jetzt war da die Gelegenheit“, erzählt die 21-jährige Hannah Wilhelm. Gerade ließ sich die angehende Krankenpflegerin an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege der SHG-Kliniken in Völklingen (Regionalverband Saarbrücken) als Stammzellspenderin bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren. Jedes Jahr ist ein Team der ersten Stammzellspenderdatei Deutschlands an der Schule, um über die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke aufzuklären – jetzt zum vierten Mal. Wieder haben sich einige typisieren lassen, um irgendwann einem Blutkrebspatienten die Chance auf Leben schenken zu können.

11.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Leukämie

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11.000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Reicht die Behandlung mit einer Chemotherapie oder Bestrahlung nicht aus, ist die Übertragung  gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt, der die gleichen genetischen Merkmale hat, wie der Patient. Nahezu täglich sind Teams der gemeinnützigen Stiftung aus dem rheinland-pfälzischen Birkenfeld bundesweit unterwegs, um über das Thema Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke aufzuklären und die Registrierung als potenzieller Lebensretter in der Datei anzubieten – auch an Schulen.

Typisierung als Abschluss des Unterrichtsthemas Leukämie

An der Krankenpflegeschule in Völklingen steht der Typisierungsaufruf mit der Birkenfelder Datei immer in Verbindung mit dem Unterrichtsthema Leukämie. „Die Stiftung aus Birkenfeld ist mir seit jeher ein Begriff“, erzählt Hubert Zimmer, Leiter der Berufsschule. „Die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke unterstützen wir gerne. Die meisten sind von Beruf wegen sozial eingestellt und engagieren sich gern. Dafür bieten wir jetzt den Examenskandidaten den Rahmen und planen die Aktion auch für die nächsten Jahrgänge ein.“

Als Typisierung bezeichnet man die eigentlichen Laborarbeiten, die für eine Aufnahme in die Stammzellspenderdatei notwendig sind. Aus einer Blut- oder Speichelprobe  werden die benötigten HLA-Gewebemerkmale im Labor bestimmt und in der Datei gespeichert. Kommt man als Spender für einen Leukämiepatienten in Frage, nimmt die Stefan-Morsch-Stiftung Kontakt auf. Wie die Entnahme funktioniert, erfährt man hier.

Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Birkenfelder Stiftung, freut sich über die Zusammenarbeit mit der Schule: „Um Leukämiehilfe leisten zu können, brauchen wir Multiplikatoren. Bildungseinrichtungen sind für uns ein wichtiger Partner. Denn gerade in einer Krankenpflegeschule trifft man junge Menschen, die helfen möchten und die nach der Typisierung noch lange als mögliche Spender weltweit zur Verfügung stehen.“(az)

Infoveranstaltungen an Schulen
Interessierte Schulen können sich an die Stefan-Morsch-Stiftung, Elisabeth Pfaff, Dambacher Weg 5, 55765 Birkenfeld, Telefon: 06781-993391, Email: typisierung@stefan-morsch-stiftung.de, wenden. Zum Thema Kooperationen mit Bildungseinrichtungen gibt es hier einführende Informationen.

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