Gymnasiasten wollen Leukämiekranken helfen

Artikel vom 6. März 2017

Alicia Thum und Kevin Considine ließen sich am Reichswald-Gymnasium in Ramstein als Stammzellspender registrieren. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung

Stammzellspende kann Leben retten. Um irgendwann einem Leukämiepatienten eine Chance auf Heilung zu geben, haben sich jetzt 79 Oberstufenschüler des Reichswald-Gymnasiums Ramstein-Miesenbach als mögliche Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, registriert.

Schulleitung will Schüler für Leukämiehilfe sensibilisieren

Der Vorschlag einer Kooperation mit der Birkenfelder Stammzellspenderdatei kam von Bürgermeister Ralf Hechler. Die Idee hat die Schulleitung sofort aufgegriffen und gleich die Schülervertretung involviert. „Wir möchten bei den Schülern ein Bewusstsein für diese Art der Hilfe schaffen. Oft denkt man, man könnte sich doch typisieren lassen und dafür schaffen wir jetzt den Rahmen“, erklärt Martin Hauter, Lehrer für Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Latein.

Leukämie kann jeden treffen – 11 000 Mal pro Jahr allein in Deutschland. Je nach Leukämieart variieren die Heilungschancen. Können Chemo und/oder Bestrahlung nicht helfen, kann die Transplantation gesunder Stammzellen eines genetisch passenden Spenders die letzte Möglichkeit sein. Diese Chance auf Leben ist aber nur möglich, wenn sich Menschen zur Spende bereit erklären.

Weitere Projekte für Schulen und Universitäten

Seit 30 Jahren bietet die rheinland-pfälzische Datei die Registrierung als möglicher Knochenmark- und Stammzellspender an. Vor allem bei jungen Menschen ist die Wahrscheinlichkeit größer, als Spender für einen Blutkrebspatienten ausgewählt zu werden. Deshalb arbeitet die gemeinnützige Stiftung eng mit Schulen und Hochschulen zusammen, hält altersentsprechende Fachvorträge und bietet Infotage und Typisierungen an. Unabhängig davon können Schulklassen und Studienkurse Führungen und Workshops im hauseigenen Labor der Spenderdatei machen und theoretisches Wissen aus dem Bio-Unterricht oder der Genetik in die Praxis umsetzen. So wird nachvollziehbar, welche Rolle Molekulargenetik im weltweiten Netzwerk der Leukämiehilfe spielt.

Schulleiterin Dr. Sonja Tophofen ist stolz auf das Engagement der Schüler: „Ich freue mich, dass viele Schüler teilgenommen haben. Ich halte die Typisierung für eine wichtige Maßnahme, um anderen Menschen zu helfen.“ Auch der 17-jährige Schülersprecher Leon Peters ist jetzt als Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert. Das geht aber nur, weil er das schriftliche Einverständnis der Eltern eingeholt hat. Spenden darf er allerdings erst, wenn er volljährig ist. Mit dem 18. Geburtstag werden die für eine Transplantation relevanten Gewebemerkmale dann in der Datei freigegeben, um sie weltweit mit denen von Leukämiepatienten zu vergleichen.

Mehr über Projekte in Schulen und Universitäten erfährt man hier.

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