Ein Wunder, dass ich noch lebe

Artikel vom 19. August 2008

Kirgisischer Offizier jetzt in der Obhut der Stefan-Morsch-Stiftung in BirkenfeldBirkenfeld. „Dass ich noch lebe ist ein Wunder“, so die Worte von Artur Jeenaliev, in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Stefan-Morsch-Stiftung, Emil Morsch und dem Autor dieser Zeilen. Der 34-jährige, kirgisische Offizier diente 10 Jahre bei der russischen Armee an der Grenze zu China, bevor viele glückliche Zufälle ihn vor dem sicheren Tod retteten.
Der damals 32-jährige, junge Vater von einem jetzt 5-jährigen Sohn, war gerade in Deutschland auf einer Schulung, als er sich, veranlasst durch verschiedene Krankheitssymptome, einer Untersuchung unterzog und dann sehr schnell Leukämie diagnostiziert wurde. „Heute bete ich“, so das Glückskind weiter, obwohl durch die frühere sowjetische Regierung in seiner Heimat, die Religion verbannt worden ist
Während Tatjana Brodhuhn, selbst in Tschetschenien geboren und Mitarbeiterin der Stefan-Morsch-Stiftung, fast simultan von der russischen in die deutsche Sprache übersetzt, erzählt Artur Jeenaliev von den Erlebnissen der letzten zwei Jahre. Nur weil er so gut die russische Sprache beherrschte durfte er nach Deutschland, und nur weil er in Deutschland war, konnte die Krankheit diagnostiziert werden. In seiner Heimat hätte keine Möglichkeit zur fachspezifischen Behandlung bestanden. „Auch dass sich die Stefan-Morsch-Stiftung der Sache angenommen hat, ist ein Wunder gewesen“, so Artur Jeenaliev. Emil Morsch ergänzt, dass seine Stiftung alle internationalen Beziehungen spielen ließ, um das Leben des Patienten zu retten. „In Kirgisien Blutentnahmen durchzuführen und diese in Birkenfeld auf die genetischen Merkmale zu untersuchen, war der erste Kraftakt. Die einzige mögliche Spenderin, nämlich die Schwester des Patienten, ganz schnell nach Birkenfeld zur Stammzellentnahme zu bringen war der zweite“, so Emil Morsch. Artur Jeenaliev lebte die letzten 2 Jahre in Berlin, betreut von der Transplantations-Station der Stefan-Morsch-Stiftung im Campus Benjamin Franklin der Charité, Berlin. Dort wurde sukzessive sein Immunsystem wieder aufgebaut. Um auch die Psyche zu stabilisieren, wird der junge Familienvater noch eine zeitlang von den Mitarbeitern der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld betreut, denn immerhin leidet der junge Vater unter den 2 Jahren Familien- und Heimatenzug. In dieser Zeit konnte er pro Woche nur einmal kurz mit seiner Familie telefonieren. „Erst wenn der Patient zu 100% stabilisiert ist, wird er in seine Heimat zurück können“, so Emil Morsch weiter, „die medizinischen und hygienischen Verhältnisse in Kirgisien lassen unserem Patienten keine andere Wahl“. Globalisierung und Internationalisierung mal etwas anders. Die Kompetenz der Stefan-Morsch-Stiftung zeigt sich hier zum wiederholten Male in ihrer Internationalität. -kdst-
Informationen über Hilfe und wie man helfen kann: Stefan-Morsch-Stiftung, Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke, Schneewiesenstrasse 20, 55765 Birkenfeld, 06782/9933-18.

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