Sie hat die Leukämie besiegt: Ich bin voller Leben

Artikel vom 12. März 2020

Desiree Bernarding ist eine Kämpferin. Sie hat den Blutkrebs besiegt. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung/Andrea Djifroudi

Sie ist eine kleine, zierliche Frau. Trotzdem füllt Desiree Bernarding mit ihrer Lebensenergie einen ganzen Raum: „Ich bin voller Leben!“ Vor einem Jahr hatte sie Leukämie, doch ein fremder Stammzellspender hat ihr das Leben gerettet. Jetzt würde sie gerne ihn und alle, die als Stammzellspender registriert sind, umarmen. Und wer noch nicht typisiert ist, an den hat sie einen Appell: „Schau mich an! Ich lebe! Das kannst Du bewirken, wenn Du dich registrieren lässt!“

Schockdiagnose: Leukämie

„Die Diagnose Leukämie war für mich wie ein Todesurteil. Alle von denen ich bis dahin wusste, dass sie Blutkrebs hatten, waren gestorben!“ Desiree Bernarding ist zu diesem Zeitpunkt Leiterin eines Blumenmarktes im Saarland. 14 Stundentage sind keine Seltenheit. Sie ist quirlig, herzlich, lebensfroh und ihr Alter sieht man der gut aussehenden Mittfünfzigerin überhaupt nicht an. Sie, ihr Mann, die ganze Familie sind total geschockt: „Uns wurde der Boden unter den Füßen weggezogen.“

Die einzige Chance auf Leben

Der behandelnde Arzt an der Uniklinik in Homburg eröffnet ihr, dass die einzige Chance auf Leben eine Stammzelltransplantation ist. Die erste Chemotherapie hatte sie gut vertragen, die zweite war eine Quälerei. Sie bringen aber nicht den gewünschten Erfolg. So wird die Suche nach einem passenden Spender eingeleitet. Es muss also ein Mensch in den weltweit vernetzten Stammzellspenderdatenbanken wie der Stefan-Morsch-Stiftung gefunden werden, der die gleichen Gewebemerkmale besitzt wie Desiree Bernarding. Die Chancen dafür stehen 1 zu mehreren Millionen.

Aufgeben: Das war für Desiree Bernarding nie eine Option. Foto: Privat

Valentinstag 2019

Am Samstag vor der dritten noch stärkeren Chemo kam der Arzt überraschend ins Zimmer und eröffnete, dass man tatsächlich einen Spender gefunden hätte“, sprudelt sie. Der Arzt sagte: „Das schöne ist, der Spender ist sofort bereit. Sie können nach Hause gehen, am Valentinstag werden sie transplantiert.“ Nach Wochen der Angst war das eine erlösende Nachricht. Desiree Bernarding fasst Mut, obwohl sie weiß, dass eine Transplantation für sie voller Risiken steckt: „Von da anging es Berg auf! Ich war euphorisch. Der Spender sollte perfekt passen!“

Ein südländischer Typ

Die Transplantation war erfolgreich. Desiree Bernarding hat das Jahr überlebt: „Es war der Beginn eines neuen Lebens!“ Ich war zwar sehr schwach. Das schwierigste war, das Warten, dass die Stammzellen sich andocken. „An meinem Geburtstag war mein größter Wunsch: 300 Leukozyten zu haben! Es waren 800. Mein Mann hat geweint am Telefon!“ Heute geht es ihr gut. „Ich habe mir oft eine Vorstellung gemacht, wie dieser Mensch aussieht. Ob es ein Mann ist oder eine Frau. Ich bin blond. Ich denke, er hat dunkle Haare. Vielleicht ein südländischer Typ“, lacht sie. „Ich bin dankbar, dass ich heute Dinge erleben kann, die für andere selbstverständlich sind: die Kommunion und die Einschulung meiner Enkelkinder.“

Man darf nicht aufgeben

Jetzt will sie etwas zurückgeben: „Ich habe selbst erfahren wie wichtig die Typisierungsaufrufe sind, die die Stefan-Morsch-Stiftung und die anderen Dateien machen.“ Sie will mehr Menschen dazu bewegen, sich als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren zu lassen. Und sie will Menschen, die an Leukämie erkrankt sind Mut machen: „Man darf nicht aufgeben. Positive Einstellung behalten. Ich habe mir immer gesagt, Du schaffst es!“ Den Familien, Freunden und Angehörigen sagt sie: „Mir hat es gutgetan, dass meine Freunde mich nicht vergessen haben. Dass man mich so normal wie möglich behandelt hat. Aber auch, dass sie sich um mich gekümmert haben.“ (dji)

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