Bio-Leistungskurs im „Fliegenden Klassenzimmer“

Artikel vom 25. November 2017

Schüler eines Bio-Leistungskurses des Gymnasiums Birkenfeld besuchten das HLA-Labor der Stefan-Morsch-Stiftung. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung

„Forscht, wo Ihr was zu forschen findet“ – frei nach diesem Zitat Erich Kästners aus dem „Fliegenden Klassenzimmer“ erlebten 19 Schüler des Bio-Leistungskurses des Gymnasiums Birkenfeld eine spannende Bio-Doppelstunde in der Stefan-Morsch-Stiftung. Im HLA-Labor der Stammzellspenderdatei erkundeten sie, wie das molekularbiologische und genetische Wissen, das sie aus den Lehrbüchern kennen, in der Praxis angewandt wird, um leukämiekranken Menschen das Leben zu retten.

Biologie-Lehrerin Kerstin Wolf besucht seit Jahren immer wieder mit ihren Biologie-Kursen die Stefan-Morsch-Stiftung: „Die Schüler sehen hier, dass das theoretische Wissen in Molekulargenetik ganz konkret dazu beiträgt, Leukämiekranke zu heilen. Und was kann es besseres geben, als Menschenleben zu retten?“

Laborleiter Dr. Marco Schäfer und Dr. Tobias Roth machten die Schüler mit den gentechnischen Verfahren zur Analyse der für die Arbeit der Stefan-Morsch-Stiftung so wichtigen HLA-Merkmale bekannt. Dies sind die genetischen Merkmale, die übereinstimmen müssen, damit eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation gute Erfolgsaussichten hat. Diese Suche nach dem „genetischen Zwilling“ ist für Leukämiekranke oft die letzte Hoffnung auf Leben.

Teamwork im Kampf gegen Leukämie

Einen Einblick in die umfassende Arbeit der Stiftung gab den Schülern Typisierungs­koordinatiorin Elisabeth Pfaff. Die gemeinnützige Stiftung deckt mit ihren Arbeitsbereichen ein großes Spektrum der Arbeit auf dem Weg zur lebensrettenden Stammzelltransplantation ab: von der Aufnahme und Registrierung neuer Spender über die Analyse der Proben, die Weiterverarbeitung der Daten, die Suche nach Spendern bis hin zur kompletten Begleitung und Unterstützung der Spender sowie schließlich die Apherese.

Über 600 Lebensretter pro Jahr

In der Apherese-Station der Stiftung werden, ähnlich wie mit einem ein Dialyse-Gerät die lebensrettenden Stammzellen aus dem Blutkreislauf des Spenders gefiltert. Das daraus entstehende Transplantat wird dann per „Stammzellkurier“ zu der Transplantationsklinik gebracht, in welcher der Patient auf genau dieses Transplantat wartet. Schülerin Laura Krieger: „Ich kannte die Stefan-Morsch-Stiftung, aber es war mir nicht klar, dass von Birkenfeld aus fast jeden Tag mehrere lebensrettende Stammzelltransplantate zu Patienten in Deutschland und der ganzen Welt gehen. Über 600 Patienten bekommen jährlich so eine Chance auf Leben.“

Kooperation mit Schulen wirkt nachhaltig

Die Stefan-Morsch-Stiftung kooperiert seit Jahren immer wieder mit Schulen aus der Region, unterstützt Schulprojekte und bietet Schülerpraktika an. „Aus unserer Erfahrung heraus hat ein Besuch in unserer Stiftung auch nachhaltige Wirkung und kann die Jugendlichen motivieren, sich für die Gesellschaft und für kranke Menschen zu engagieren“, betont die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Susanne Morsch.

Schulen, die Interesse an der der Organisation einer Informationsveranstaltung zum Thema Stammzellspende haben, können sich telefonisch oder per E-Mail (Telefon: 06781-993391, Email: Bitte aktivieren Sie JavaScript, um die E-Mail-Adresse anzuzeigen) an die Stefan-Morsch-Stiftung wenden. (mf)

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