BBS Kirn: 29 Lebenschancen gegen Leukämie

Artikel vom 27. November 2018

Lehrerin Karin Weyand (links) organisierte mit ihren Schülern an der BBS Kirn eine Typisierung für den Tag der offenen Schule. Rechts: Elisabeth Pfaff, Stefan-Morsch-Stiftung. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung

„Spenden kostet nichts. Nicht spenden kostet Leben. Auch du kannst helfen!“ steht auf den Flyern und Plakaten, mit denen die Schüler der Berufsbildenden Schule in Kirn am Tag der offenen Schule zur Typisierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung aufriefen. 29 Schüler, Lehrer und Eltern haben eine Speichelprobe abgegeben, um irgendwann einem Leukämiepatienten mit einer Stammzellspende Hoffnung auf Leben geben zu können.

Schüler wollen helfen

Was ist Leukämie? Warum soll man sich typisieren lassen? Wie rettet Stammzellspende Leben? Wie kann man andere zur Typisierung bewegen? Das und mehr haben die Schüler unter der Leitung von Lehrerin Karin Weyand erarbeitet. Sie wissen 11 000 Mal im Jahr erkrankt ein Mensch in Deutschland an Leukämie. Wenn Chemo und Bestrahlung nicht helfen, ist die Transplantation gesunder Stammzellen die letzte Chance. Das geht aber nur, wenn sich ein genetisch passender Spender bereit erklärt, zu helfen. Deshalb starteten die Schüler den Typisierungsaufruf.

Kooperation mit Schulen hat hohen Stellenwert

Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung, freut sich über das Engagement der Schüler: „Die Kooperation mit Schulen hat bei uns einen hohen Stellenwert. Hier treffen wir auf junge Menschen, die mit einer Typisierung Lebenschancen schenken können. Gleichzeitig bieten wir als Unterrichtsergänzung Fachvorträge an, aber auch hauseigene Führungen und Workshops.“

Wie geht es nach der Typisierung weiter?

Und was passiert jetzt mit den 29 Speichelproben? „Die werden im Labor der Stiftung, im rheinland-pfälzischen Birkenfeld, auf die transplantationsrelevanten HLA-Gewebemerkmale analysiert und in der Datei gespeichert“, so eine Sprecherin der Spenderdatei. Kommt man als Spender für einen Leukämiepatienten in Frage, nimmt die Stefan-Morsch-Stiftung Kontakt auf. Stammzellen spenden kann man auf zwei Arten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme wird durch eine Punktion des Beckenkamms das Knochenmark entnommen. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weitaus häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. (az)

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