Aus Fußballern werden im Saarland Lebensretter

Artikel vom 1. März 2016

Der E-Jugend-Cup des Saarländischen Fußballverbandes unterstützt die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Foto: H. Bost

„Hol Dir den Kick, rette Leben“ unter diesem Motto wurde vor 5 Jahren eine Kooperation gestartet, die aus saarländischen Fußballern und ihren Fans Lebensretter macht. Zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, die in diesem Jahr 30 Jahre alt wird, wirbt der Saarländische Fußballverband (SFV) seitdem auf vielen Fußballfeldern für die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke.
Besonders die Vereine, die den E-Jugend-Cup ausrichten, aber auch viele andere haben sich dabei engagiert. Dafür möchte die Stiftung „Danke“ sagen.

Rund 8000 Euro an Spendengeldern sind so auf Initiative des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) von den Vereinen, wie dem SV Elversberg, FV Eppelborn, FV Lebach und vielen anderen Hobby- und Freizeitteams, gesammelt worden. Geld, das von der Stefan-Morsch-Stiftung dazu verwendet wird, um Patienten zu unterstützen, die durch ihre Leukämieerkrankung in eine finanzielle Notlage geraten. Spenden, die aber auch eingesetzt werden, um die Zahl der Lebensretter, die bei der ältesten Stammzellspenderdatei Deutschlands als Spender registriert sind, zu erhöhen.

Der Gründer der gemeinnützigen Hilfsorganisation, Emil Morsch, selbst gebürtiger Saarländer, weiß wie wichtig die großen und kleinen Spenden im Ernstfall sind: „Als 1983 klar war, dass unser leukämiekranker Sohn Stefan nur in den USA eine Knochenmarkspende bekommen konnte, die Krankenkasse aber damals die Kosten nicht übernehmen wollte, haben meine Frau Hiltrud und ich eine Bürgschaft auf unser Haus aufgenommen. Als das nicht reichte, wurde ein Spendenaufruf gestartet. Es war ergreifend zu sehen, wie Kinder ihre Spardosen und ältere Frauen einen Teil ihrer kleinen Rente dafür geopfert haben, damit Stefan diese Chance in den USA bekam.“ Letztendlich waren es diese Spenden, die nach Stefans Tod dazu führten, dass 1986 die Stefan-Morsch-Stiftung gegründet wurde: „Ohne Menschen, die bereit sind, sich für andere Menschen zu engagieren – ob als Stammzellspender, als ehrenamtlicher Helfer oder als Geldspender – wäre die Arbeit der Stiftung und was wir erreicht haben, nicht möglich“, so Morsch.

Sein Sohn Stefan, der als Jugendlicher an Leukämie erkrankte, hatte 1984 – kurz bevor er nach der erfolgreichen Transplantation an einer Lungenentzündung starb – die Idee zur Gründung der ersten deutschen Stammzellspenderdatei. Wenn Ende der 70er Jahre Kinder an Blutkrebs erkrankten, dann war das für mehr als die Hälfte das Todesurteil. Damals gab es keine Spenderdateien. Es gab keine Krankenkasse, die bereit war, die Kosten der Transplantation mit Fremdspendern zu übernehmen. Denn noch war die Knochenmarkspende mit Fremdspendern keine etablierte Heilmethode. Es gab damals  keine digitale Vernetzung, geschweige denn wohnortnahe Transplantationszentren. So bekamen in diesen Jahren viele Eltern leukämiekranker Kinder den ärztlichen Rat: „Nehmen Sie  Ihr Kind mit nach Hause. Es wird sterben!“

Wie die jungen Fußballer in St. Ingbert wird bei vielen Vereinen für die Stefan-Morsch-Stiftung gesammelt. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung

Wie die jungen Fußballer in St. Ingbert wird bei vielen Vereinen für die Stefan-Morsch-Stiftung gesammelt. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung

Dies zu ändern haben sich die Gründer der Stefan-Morsch-Stiftung 1986 zur Aufgabe gemacht. Heute vermittelt die Datei jährlich mehr als 600 potenzielle Lebensretter für Patienten weltweit. Derzeit sind mehr als 400 000 Spender in der Stammzellspenderdatei registriert. Jeder von Ihnen erhöht die Chance für einen Leukämiepatienten, einen passenden Spender zu finden. Mehr als 42.000 davon sind Spender aus dem Saarland. „Das sind im Vergleich zu anderen Bundesländern sehr, sehr viele Menschen, die so ihre Hilfsbereitschaft unter Beweis stellen“, erklärt Morsch. „Dies ist sicherlich auch ein Verdienst der saarländischen Fußballvereine und ihrer Mitglieder.“

„Wir freuen uns drauf“

Die gemeinnützige Organisation klärt vor Ort in Kooperation mit den Vereinen über das Thema Leukämie und Stammzellspende auf. Die Identifikation mit dem eigenen Verein und das soziale Engagement der Vereinsführung haben bislang stets dazu geführt, dass sich viele Fußballer, aber auch Fans, für die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke einsetzen. „Dabei ist nicht die Größe des Kooperationspartners entscheidend, sondern der Wille zu helfen“, so die Stiftung. Flankiert von den Geldspenden konnte so schon vielfach Leben gerettet werden. „Unsere Arbeit lebt davon, dass wir Unterstützer im Kampf gegen die Leukämie gewinnen – Entscheidungsträger, die sich die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke zu Eigen machen“, so Emil Morsch.  Er weiß, eine Typisierung ist ein Projekt, das nachhaltig wirkt. Ein Aufruf kann so nach Wochen, Monaten, Jahren, aber auch noch Jahrzehnte später Leben retten. Sie wirkt aber auch in die Vereine hinein. Denn es stärkt den Teamgeist, wenn sich Mitglieder und Fans über den Sport hinaus engagieren. So gewinnt das Ehrenamt im Sport eine zusätzliche Dimension: Es kann Leben retten!

Mitarbeiter der Stiftung und Fußball-Promis bilden das Team „Lebensretter“, das gerne eine Runde mitkickt.

Mitarbeiter der Stiftung und Fußball-Promis bilden das Team „Lebensretter“, das gerne eine Runde mitkickt.

Derzeit laufen in einigen Vereinen wieder die Vorbereitungen für Hobby-Turniere und Benefizveranstaltungen an, bei denen die Stefan-Morsch-Stiftung manchmal nicht nur mit ihrem Entnahme-Team aufläuft. Mitarbeiter der Stiftung und Fußball-Promis bilden das Team „Lebensretter“, das gerne eine Runde mitkickt. Emil Morsch: „Wir freuen uns drauf, wieder im Saarland Gast zu sein und danken den Fußballern für ihre Unterstützung.“

Beispiele wie die Kooperation gelebt wird und welche Früchte sie trägt:

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