Was ist Leukämie?

Blut besteht aus vielen winzigen Zellen, die im Plasma gebunden sind. Es gibt darunter verschiedene Arten solcher Blutkörperchen:

  • Rote Blutzellen (Erythrozyten) verleihen dem Blut seine Farbe und transportieren Sauerstoff von den Lungen in den ganzen Körper.
  • Weiße Blutzellen (Leukozyten), die ihrerseits sehr unterschiedlich gestaltet sind und entsprechend viele Untergruppen bilden, helfen den Körper vor Infektionen zu schützen.
  • Blutplättchen (Thrombozyten) sorgen im Falle einer Verletzung für den Wundverschluss und damit für eine Blutstillung.

Alle Blutkörperchen haben eine begrenzte Lebensdauer und gehen schon nach wenigen Tagen oder einigen Monaten zugrunde. Daher werden im Knochenmark eines gesunden Menschen diese Blutzellen ständig neu in der jeweils erforderlichen Menge produziert.

Keine Neubildung von Blutkörperchen

Dieser Vorgang der Erneuerung kann jedoch gestört sein: Die Produktion versiegt, oder aber es entstehen überwiegend unreife, weiße Blutzellen, die weitgehend funktionsuntüchtig sind. Im ersten Fall spricht man von einer Anämie, im zweiten Fall von Leukämie (Blutkrebs). Diese bösartige Erkrankung bewirkt also die fehlerhafte Bildung weißer Blutzellen in den Hohlräumen der Knochen, dem Knochenmark (nicht, wie Laien oft fälschlich annehmen, im Rückenmark!).

Heilung durch Übteragung gesunder Stammzellen

Vielfach ist bei diesen schwerwiegenden Erkrankungen eine Heilung oder Besserung nur möglich durch die Transplantation von gesunden Stammzellen. Auch bei einer Reihe anderer Bluterkrankungen, bei angeborenen schweren Immundefekten und bei Krankheiten, deren Behandlung eine massive Chemotherapie oder starke Bestrahlung erfordert, hat sich die Übertragung gesunder blutbildender Zellen bewährt.

 

Karl Saur und Marian

Karl Saur und Marian sind auf den ersten Blick ein ungleiches Paar. Sie sind weder verwandt noch verschwägert und trotzdem verbindet den jungen Mann und ehemaligen Beamten aus Dohr an der Mosel mehr als nur Freundschaft. Karl Saur aus Dohr bei Cochem an der Mosel hat vor 2001 mit einer Stammzellspende Marians Leben gerettet. Aber das ist nur der Höhepunkt einer Geschichte, die bis heute fortgeschrieben wird.

Emil Morsch, Gründer der Stefan-Morsch-Stiftung, wird immer noch ganz heiß und kalt, wenn er an die Zeit zurückdenkt: „Es war eine der dramatischsten Aktionen, die ich in all den Jahrzehnten erlebt habe.“ Marian war damals 9 Jahre alt – hatte Leukämie. Die behandelnde Klinik hatte das Kind aufgegeben und der Mutter erklärt: Es sei nichts mehr zu machen. Die Mutter wendet sich an die Klinik in Idar-Oberstein. Dort informiert man die Stefan-Morsch-Stiftung. In der Spenderdatei beginnt man sofort mit der Suche nach einem passenden Stammzellspender. Tatsächlich: Die Gewebemerkmale von drei registrierten Spendern stimmen mit Marians Werten überein. Alle sind bei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert. Hoffnung keimt auf. Für Marian gibt es drei potenzielle Spender – ein Glücksfall.

Doch diesem Glück muss noch gewaltig auf die Sprünge geholfen werden. Marians Zustand ist so, dass er innerhalb einer Woche transplantiert werden muss. Einer der drei potenziellen Spender macht von seinem Recht Gebrauch, seine Einverständniserklärung zurückzuziehen. Die beiden verbliebenen Spender sind aber nicht erreichbar. Es sind Ferien: Urlaubszeit. Die Mitarbeiterinnen der Stefan-Morsch-Stiftung wählen sich die Finger wund: Sie versuchen alles, um Kontakt mit den beiden verbliebenen Spendern zu bekommen.

Karl Saur ist einer der beiden ahnungslosen Lebensretter in Spé. Er hatte sich Jahre zuvor bei einer Typisierungsaktion in Zell an der Mosel registrieren lassen. Die Sache ist längst vergessen. Der Beamte beim Koblenzer Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung hat ein paar Tage frei und ist mit seiner Frau in San Sebastian (Spanien) bei der Familie seiner Schwiegereltern zu Besuch. In Koblenz auf seiner Dienststelle laufen unterdessen die Telefone heiß. Einer von Saurs Kollegen erinnert sich, dass Saurs Bruder ebenfalls im BWB beschäftigt ist. Der weiß, wo sein Bruder steckt. Endlich gelingt der Kontakt: „Mir wurde erklärt, worum es geht. Und dass ich sofort zu weiteren Untersuchungen nach Deutschland zurück müsse.“

Obwohl er so überrascht wurde von der Nachricht, steht für ihn außer Frage, dass er helfen will. Am selben Abend fliegt er nach Frankfurt. Hiltrud Morsch, Mitbegründerin der Stiftung, holt ihn vom Flughafen ab und bringt ihn zu den vorbereitenden Untersuchungen. Schnell steht fest: Er ist der gesuchte und so dringend benötigte Spender für Marian. Mit Hilfe eines körpereigenen Botenstoffs, der ihm gespritzt wurde, wird die Stammzellenproduktion in seinem Körper angeregt. Unterdessen wird bereits Marians Immunsystem durch eine letzte Chemotherapie zerstört. Mit Karl Saurs Stammzellen bekommt Marian ein neues blutbildendes System – die einzige Chance zu überleben.

Marian schafft den Sprung zurück ins Leben – und mehr als das. Marian führt heute das Leben eines jungen Mannes. Die Schule ist abgeschlossen. Seinen Lebensretter kennt er seit langem. Eine Karte zu Ostern war Marians erstes Lebenszeichen an Karl Saur. Ein Jahr später standen sich die beiden bei der Stefan-Morsch-Stiftung das erste Mal gegenüber: ein kleiner Junge und ein erwachsener Mann, selbst Vater von zwei Kindern. Seitdem kreuzen sich ihre Wege mehrmals im Jahr. Jeder von ihnen hat einen festen Platz im Leben des anderen eingenommen und wer ihnen gemeinsam begegnet, spürt die Verbundenheit, um die gar nicht viele Worte gemacht werden. Marian startet gerade in Berufsleben, trotzdem nimmt er sich immer wieder Zeit, um die Stefan-Morsch-Stiftung und ihre Arbeit zu unterstützen. Karl Saur und Marian raten jedem zur Typisierung.

Und so geht ihre Geschichte weiter. Sie zieht Kreise wie ein Stein der ins Wasser geworfen wird: Nicht nur Karl Saurs Familie ist typisiert, sondern auch die Familie von Marian. 2011 konnte Marians Bruder mit einer Stammzellspende einer Leukämiekranken die Chance auf Heilung geben.

Jasmin Badersbach

Im ersten Jahr von Sabrina's Erkrankung war ich garnicht so sehr in alles involviert. Ich hatte sie regelmäßig besucht und mich mit ihrer Mama, meiner Schwester Beatrix, über ihren Zustand, der nach fast einem Jahr sehr gut aussah, ausgetauscht. Als wir jedoch am 8. August 2007 die schreckliche Nachricht bekamen, dass Sabrina einen Rückfall hat und zum Überleben eine Stammzelltransplantation benötigt, hat sich mein Leben schlagartig verändert. Ich wusste sofort: jetzt bin ich an der Reihe. Jetzt muss ich etwas tun. Die Eltern sollten sich voll und ganz auf Sabrina und auch die Schwester Corinna konzentrieren können, ich wollte mich um alles andere kümmern was nötig war, um für Sabrina einen geeigneten Stammzellspender zu finden.

Durch eine Email von Cana erfahren
Nur wenige Wochen vorher hatte ich über eine Email, die bei mir in der Firma rumging, von Cana erfahren. Einer Freundin von Sabrina aus dem Krankenhaus, die ebenfalls auf eine Stammzelltrans- plantation angewiesen war, um zu überleben. Meine Firma veranstaltete damals eine grosse Typisierungsaktion und es war für mich keine Frage: auch ich würde mich typisieren lassen. Zu diesem Zeitpunkt kam ich zum ersten mal mit dem Begriff "Typisierung" in Berührung und informierte mich mehr darüber. Ebenso über die Stefan-Morsch-Stiftung, die die Typisierungsaktion durchführte.

Als allererstes besorgte ich mir von Sabrina's Mama die Telefonnummer von Cana's Mutter und führte sogleich ein sehr langes Telefonat mit ihr, in dem sie mir über ihre eigene Situation berichtete und mir ein paar Tips gab. Als nächstes führte ich dann lange Telefonate mit zwei Organisationen, die Typisierungsaktionen durchführen. Eine davon war die Stefan-Morsch-Stiftung, mit der ich mich sodann auch entschloss, zusammenzuarbeiten.

Frau Terboven stand mir mit Rat und Tat zur Seite
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an alle Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiter der SMS, an Herrn Email Morsch und vor allen Dingen an Frau Elisabeth Terboven. Frau Terboven war von Anfang an meine Kontaktperson bei der SMS und stand mir vom ersten Telefonat an mit Rat und Tat zur Seite. Sie nahm sich ganz viel Zeit und beantwortet geduldig alle Fragen, gab mir Tips und Ratschläge. Sie bot mir damals sogar an, mich am selben Tag noch zu treffen und gab mir auch ihre private Handynummer, da sie wusste, in welch verzweifelter Situation ich mich befand.

In den darauf folgenden Tagen und Wochen bis es schließlich zum ersten Treffen kam, an dem auch der Gründer der SMS, Herr Emil Morsch, teilnahm, stand Frau Terboven mir sozusagen 24 h zur Verfügung, wenn ich sie brauchte. So konnte ich problemlos die Typisierungsaktion für Sabrina planen, die mit Hilfe der Stefan- Morsch-Stiftung ein voller Erfolg wurde. Wir haben an diesem einen Tag 1.753 Personen typisiert, es war ein toller Tag voller Zuspruch und Hilfsbereitschaft. Wir hatten über 50 Helfer an diesem Tag die sich in den vorhergehenden Wochen per Telefon und Email bei mir gemeldet hatten. Überall hatten wir Plakate und Flyer verteilt und einen großen Zuspruch fand auch unsere Internetseite www.wir-helfen-sabrina.de die bis dato mehr als 186.000 Besucher zählt.

Diese Aktion wird sehr viel Ihrer Zeit in Anspruch nehmen
Was möchte ich allen, die in einer ähnlichen Situation sind, mit auf den Weg geben? Suchen Sie sich eine gute Organisation, die Ihnen von Anfang bis Ende hilfreich zur Seite steht: entscheiden Sie sich für die Stefan-Morsch-Stiftung! Bleiben Sie in Ihrem Vorhaben nicht allein, denn es wird sehr viel Arbeit auf Sie zukommen. Reden Sie mit Ihrer Familie und mit Ihren Lieben über Ihr Vorhaben und erklären Sie ihnen, dass diese Aktion sehr viel Ihrer Zeit in Anspruch nehmen wird. Nehmen Sie jedes Hilfsangebot dankend an. Und lassen Sie sich niemals in Ihrem Vorhaben beirren. Denn Sie werden nicht nur Hilfsbereitschaft und Zuspruch in Ihrem Vorhaben finden, sondern auch Missgönner und Neider, die den guten Zweck hinter Ihrer Aktion nicht verstehen oder kein Verständnis dafür haben.

Ich würde es jederzeit wieder tun!
Sie werden in dieser Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit auch mit dem Leid anderer konfrontiert werden, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Dies wird Sie, so wie mich, in Ihrem Vorha- ben bestärken, alles Ihnen mögliche zu tun, um irgendwie zu hel- fen! Ich wünsche Ihnen hierzu alle Kraft der Welt! Und genau wie ich werden Sie am Ende sagen: ich würde es jederzeit wieder tun!

Ihre Jasmin Badersbach