Sven Spiewak


Name: Sven Spiewak

Alter: 25
Wohnort: 34621 Frielendorf (Schwalm-Eder-Kreis)
Bundesland: Hessen

Beim Football ist der Running Back, der Mann, der den Ball in die Hand nimmt und sich durch die gegnerischen Reihen schlägt. Sven Spiewak spielt diese Position bei den Schwalmstadt Warriors. Irgendwo in den USA gibt es einen Mann, der genau so ein Kämpferherz braucht. Denn dieser Mann kämpft gegen die Leukämie und braucht einen wie Spiewak, der sich 2012 als potenzieller Lebensretter in die Stammzellspenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung aufnehmen ließ. Der Mann in den USA weiß nicht, dass Spiewak genau der ist, der ihm jetzt die Chance gibt, den Blutkrebs zu besiegen. Aber er ist wahrscheinlich stolz auf diesen 24-jährigen Running Back aus Hessen.

„So etwas ist wichtig!“, sagt Sven Spiewak, wenn man ihn fragt, warum er sich damals typisieren ließ. 11.000 Menschen im Jahr erkranken neu an Leukämie – allein in Deutschland. Manchen hilft die Chemotherapie, manchen die Bestrahlung. Aber einige brauchen einen Menschen, der bereit ist freiwillig und unentgeltlich Stammzellen zu spenden, obwohl der Patient nicht mit ihm verwandt ist. Einen Menschen von dem man nur weiß, dass er die gleichen genetischen Merkmale hat, bereit ist zu helfen und so gesund, dass sein blutbildendes System den Patienten  retten kann.

Typisiert bei der Bundeswehr

Sven Spiewak, der beruflich bei der Infanterie in Schwarzenborn (Schwalm-Eder-Kreis) seinen Platz hat, ist einer von Tausenden von Soldaten, die sich schon bei einem Blutspendetermin der Bundeswehr in die Spenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung eintragen ließen. Ein paar Milliliter Blut genügen, um das genetische Profil zu analysieren, das für eine Stammzelltransplantation notwendig ist.  Im Ernstfall sind diese Daten anonym weltweit für Patienten, wie den Mann in den USA abrufbar. Ergibt die Datenbank der Stefan-Morsch-Stiftung einen Treffer, ist das eine Chance auf ein Leben ohne Leukämie.

Footballspieler hilft

Dass er selbst nach vier Jahren ein solcher Volltreffer ist, erfährt Sven Spiewak Anfang Juni 2016 durch einen Anruf der ältesten Stammzellspenderdatei Deutschlands. Er wird gefragt, ob er immer noch bereit ist zu helfen. „Klar, sonst hätte ich mich damals nicht typisieren lassen“, heißt die Antwort. Freunde und Familie teilen seine Meinung und unterstützen ihn. „Meine Mutter ist Krankenschwester, mein Vater Krankengymnast …“, erzählt der Footballspieler und deutet damit an, dass man auch hier weiß, was wichtig ist. Dass hier ein Mensch in Not ist, dass man den Ball in die Hand nehmen muss und helfen.

Stammzellspende bei der Stefan-Morsch-Stiftung

Nach der Typisierung bekommt jeder registrierte Spender einen Stammzellspenderausweis der Stefan-Morsch-Stiftung. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung

Privat ist der Oberstabsgefreite viel mit seiner Staffordshire Hündin „Freya“ unterwegs. Sie begleitet ihn eigentlich überall hin. Doch bei den Voruntersuchungen in der Entnahmestation der Stiftung bleibt sie zu Hause. „Herrchen“ wird von Kopf bis Fuß untersucht bevor er spenden darf. Erst wenn das geklärt ist, darf Sven Spiewak spenden.

Die Stefan-Morsch-Stiftung: „Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner  das Knochenmark aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark.“ Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Hilfe ist ihm wichtig!

„Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, wäre aber auch bereit gewesen, Knochenmark zu spenden“, sagt Sven Spiewak, der gründlich über die Chancen und Risiken der Spende aufgeklärt wurde, bevor es nun zum entscheidenden Touchdown im Kampf gegen die Leukämie kam: „Mir ist es egal, wem, wo und wie ich helfen kann. Wichtig ist nur, dass ich helfen kann.“ (dji)

 

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