Sven Harig


Name: Sven Harig

Alter: 28
Wohnort: 66879 Steinwenden (Kreis Kaiserslautern)
Bundesland: Rheinland-Pfalz

Morgens, 10 Uhr, in einer Bäckerei in Bruchmühlbach – Installateur- und Heizungsbaumeister Sven Harig steht mit Handy am Ohr vor der Theke. Kaffee und Brötchen hat er erstmal vergessen, denn es geht darum, dass er ein Leben retten kann. Ob er dazu bereit ist, einem Leukämiepatienten zu helfen, hat ihn gerade eine Mitarbeiterin der Stefan-Morsch-Stiftung gefragt. Keine vier Wochen später – ist er nach Birkenfeld gefahren. In der Entnahmestation der ersten deutschen Stammzellspenderdatei hat der 28-Jährige die lebensrettenden Stammzellen gespendet.

Chance für Leukämiepatienten

Sven Harig sitzt zurückgelehnt in der Apheresestation der gemeinnützigen Stiftung. Der junge Mann aus Steinwenden (Kreis Kaiserslautern) ist nicht der einzige, der an dem Morgen mit der Stammzellspende einem fremden Menschen gegen den Blutkrebs helfen möchte – auch die beiden Entnahmestühle neben ihm sind belegt. Alle drei Männer sind an dem Morgen in Begleitung zur Spenderdatei gekommen. Man unterhält sich, scherzt, lacht, schaut zwischendurch die Nachrichten im angeschalteten Fernseher und immer wieder kontrolliert medizinisches Fachpersonal im Raum Blutdruck, den Verlauf der Spende.

Sven Harig hat beide Arme auf den Lehnen ausgestreckt. Zwei Schläuche führen von den Ellenbeugen zu dem tickenden und summenden Apparat, der neben ihm steht. In dieser Maschine werden Stammzellen aus seinem Blut gefiltert und in einem Beutel gesammelt. Für einen Leukämiepatienten irgendwo auf der Welt bedeutet dieser Beutel die letzte Chance gegen den Blutkrebs. Denn wenn Chemo- und oder Bestrahlung nicht helfen, kann nur noch die Transplantation gesunder Stammzellen von einem Spender Hoffnung geben.

Blutspende und Typisierung

In den Tagen vor der Entnahme musste er sich einen Botenstoff spritzen, der die Stammzellbildung anregt. „Bei der ersten Spritze musste ich mich überwinden. Aber es ist für was Gutes – das ist das Wichtigste“, erzählt er entspannt. Für ihn ist es nicht das erste Mal, dass er Leben rettet. Seit er 18 Jahre ist, geht er zur Blutspende – schon über 30 Mal war er dabei, denn er hilft gern. An einem Termin 2016 in Miesenbach hat er sich bei der Stiftung registriert. An vielen Terminen rufen die DRK-Ortsvereine mit der Stefan-Morsch-Stiftung auch zur Typisierung als möglicher Stammzellspender auf. Dabei wird während der Blutspende einfach ein Röhrchen Blut mehr abgenommen. Die Blutprobe wird dann im Labor der gemeinnützigen Stiftung auf die für eine Transplantation entscheidenden HLA-Werte analysiert. Um für einen Blutkrebskranken spenden zu können, müssen diese Werte mit denen des Patienten übereinstimmen.

Arbeitgeber und Familie

Obwohl der Heizungsbaumeister bei der Fritsch GmbH in Steinwenden, viele Projekte am Laufen hat, unterstützen ihn sein Chef und die Kollegen dabei, dass er einem Menschen helfen kann. „Mein Chef hat mich für die Spende freigestellt und meine Kollegen vertreten mich heute. Das war alles kein Problem“, erzählt er. Auch seine Familie findet gut, was er macht. Seine Freundin ist schon länger typisiert. „Aber sie haben auch ein bisschen Angst, dass mir bei der Spende was passiert“, verrät er. Er weiß, dass gleichzeitig eine fremde Familie um das Leben seines Stammzellempfängers bangt. „Das lange Liegen ist zwar anstrengend, aber dem Patienten geht es sicher schlechter. Ich hoffe für ihn, dass es funktioniert!“ In wenigen Monaten kann er bei der Stefan-Morsch-Stiftung nachfragen, wie es dem Empfänger geht. „Vielleicht kann ich meinen Empfänger irgendwann kennenlernen“, hofft Sven Harig.

Was Gutes für andere zu tun, ist für Sven Harig selbstverständlich. In seinem Bekanntenkreis hat er schon einige damit angesteckt, zur Blutspende zu gehen. Auch die Typisierung möchte er anderen Menschen nahelegen: „Auf jeden Fall machen! Das ist was Gutes! Geht Blut spenden und lasst euch bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren.“ (az)

Zurück