Laura Sander


Name: Laura Sander

Alter: 24 Jahre
Wohnort: 66265 Heusweiler
Bundesland: Saarland

Krebs! Das Thema ist Laura Sander vertraut. Normalerweise arbeitet die 24-Jährige aus Heusweiler als Krankenschwester auf der Intensivstation des CaritasKlinikums Saarbrücken St. Theresia. Doch an einem Dienstag im Februar 2017 liegt sie selbst auf einem Behandlungsstuhl. Sie ist kerngesund. Deshalb spendet sie an diesem Tag Stammzellen. Sie will das Leben eines fremden Menschen retten, der an Blutkrebs erkrankt ist. Und sie will mehr Menschen dazu aufrufen: Lass Dich typisieren! Damit unterstützt sie die Aufrufe der Stefan-Morsch-Stiftung. 

Jahr für Jahr erkranken in Deutschland etwa 11.000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Ein Mensch wie die 34-jährige Nicole, die im Dezember 2016 die Diagnose bekam, die ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Dabei ist ihre kleine Tochter Lilly gerade mal neun Monate alt. Wenn Chemo und/oder Bestrahlung nicht helfen, dann ist eine Stammzellspende die letzte Hoffnung auf Leben.

Typisierung in Lebach

Laura Sander weiß noch nicht für wen sie Stammzellen spendet. Sie hat sich während ihrer Ausbildung als Krankenschwester in Lebach an der Verbundschule für Gesundheits- und Pflegeberufe der Marienhaus Kliniken GmbH im Saarland typisieren lassen. „Das ist eine gute Sache“, dachte sie sich damals und hat sich von den Mitarbeitern der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erster Stammzellspenderdatei, einen Fingerhut voll Blut abnehmen lassen. Anhand des Blutes werden die Gewebemerkmale analysiert, die bei einer Stammzelltransplantation entscheidend sind. Über die Datei der Stiftung und das deutsche Zentralregister der ZKRD können diese anonymisierten Daten weltweit mit Patienten wie Lena und Nicole abgeglichen werden.

Der Weg zur Lebensretterin

Die Nachricht, dass sie irgendwo auf der Welt einem Menschen vielleicht das Leben retten kann, bekam Laura Sander im Oktober 2016: „Ich hatte gerade Mittagsschicht auf der Station. Als ich gefragt wurde, ob ich noch bereit bin zu helfen, habe ich ja gesagt!“ Auch Freunde und Kollegen haben sie unterstützt – finden es „klasse“. Nur die Mama macht sich ein bisschen Sorgen.

Bevor sie aber überhaupt Stammzellen spenden darf, wird die junge Frau, die ihre Freizeit mit Bulldoggen-Hündin „Paula“ , Freunden und shoppen verbringt, intensiv über Chancen und Risiken der Spende aufgeklärt und gründlich untersucht. „Alle meine Fragen wurden umfassend beantwortet. Für mich war das interessant, weil ich auf der Arbeit keine Entnahmestation wie die in Birkenfeld bei der Stefan-Morsch-Stiftung kenne“, erzählt die Krankenschwester.

Stammzellspende in Birkenfeld

Stammzellspenderin Laura Sander in der Entnahmestation der Stefan-Morsch-Stiftung.

Sie weiß, dass es heute zwei Varianten gibt, um Stammzellen zu entnehmen: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner die Stammzellen aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen. Laura Sander war tapfer. Sie hat sich vor Augen geführt: „Dem Patienten geht es viel schlechter als mir mit den Kreuzschmerzen.“ Nach der Spende sind die auch fast vergessen: „Jetzt wünsche ich mir, dass es dem Patienten bald besser geht. Ich würde es in jedem Fall noch mal machen!“ (dji)

Zurück