Warum Knochenmark/Blutstammzellen spenden?

Wer an Leukämie erkrankt, hat oft nur die eine Chance sein Leben zu retten: eine Stammzell- bzw. Knochenmarktransplantation. Damit beginnt die Suche nach einem passenden Spender.

Die Chancen innerhalb der eigenen Familie einen passenden Spender zu finden, sind recht gering: Nur bei etwa 30 Prozent der Erkrankten erweist sich ein naher Verwandter als geeigneter Spender. Ein Grund hierfür liegt in der Vererbung (Erbgang) der für die Transplantation wichtigen Gewebemerkmale, ein anderer im demografischen Wandel, denn gerade in Deutschland geht die Zahl der Geburten stark zurück. Deshalb werden so genannte Fremdspender benötigt. Diese werden über die weltweit vernetzten Spenderdateien wie die Stefan-Morsch-Stiftung gesucht.

Es gibt zwar Gewebetypen, die relativ häufig vorkommen, oftmals haben Personen aber seltenere Typen, die im Extremfall Unikate in Deutschland oder gar in der ganzen Welt darstellen. Bei der großen Vielfalt der Gewebemerkmale in der Bevölkerung ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Merkmale bei zwei nicht verwandten Personen übereinstimmen, jedoch nicht sehr groß. Sie variiert je nach Merkmalkombination von eins zu einigen Tausend bis eins zu mehreren Millionen.

http://www.youtube.com/watch?v=pUX9So-Z5TI

Gewebemerkmale müssen identisch sein

Nur wenn die Merkmale des Spenders und seiner transplantierten Zellen gut mit denen des Empfängers übereinstimmen (“kompatibel sind”), kann eine Übertragung gelingen; andernfalls stößt der Körper des Erkrankten das fremde Gewebe ab.

Bei der Transplantation von Stammzellen kommt es im ungünstigsten Fall zum doppelten Abwehrkampf zwischen “Gast” und “Wirt” (graft and host): Die transplantierten Zellen greifen den Patienten an, weil sie dessen Gewebe als fremd erkennen (GVHD), und sie werden ihrerseits angegriffen und abgestoßen (Abstoßung des Transplantats).

Um dies zu vermeiden, müssen die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger möglichst identisch sein.

Je mehr Menschen mit ihren Gewebemerkmalen erfasst (Typisierung) sind, desto größer sind die Chancen für einen Erkrankten, den passenden Spender zu finden. Und nur dann kann die Übertragung von Stammzellen den gewünschten Erfolg haben: Das Leben des Patienten zu retten.

Mehr über die Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) und den Graft-versus-leukemia-Effekt (GvL) können Sie hier nachlesen:

Ablauf einer Spende

Alternativinhalt