Risiken einer Spende

Vor der Entnahme von Stammzellen bzw. Knochenmark werden alle Spender intensiv aufgeklärt und es folgen umfangreiche Untersuchungen, die dazu dienen die Risiken für Spender auszuschließen. Hier steht seine Gesundheit im Vordergrund.  Im Folgenden sind die Risiken der einzelnen Entnahmeformen kurz beschrieben:

Stammzellenentnahme aus dem Knochenmark:

Bei der Knochenmarkentnahme wird dem freiwilligen Spender unter Vollnarkose ca. 1 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen entnommen. Diese Menge enthält in der Regel eine ausreichende Zahl von blutbildenden Stammzellen für den Wiederaufbau der Blutbildung. Die Entnahme erfolgt in der Regel aus dem Beckenkamm - nicht aus dem Rückenmark. Entnommenes Knochenmark regeneriert sich beim Spender innerhalb von ca. 2. Wochen. Was bleibt, sind kleinere Punktionsstellen am Gesäß die vernarben. Das Risiko ist das gleiche wie bei jeder anderen Operation unter Vollnarkose. Jede Vollnarkose birgt ein gewisses Risiko. Bei gesunden Spendern ist die Gefahr ernster Komplikationen jedoch sehr gering. Es können sich an der Entnahmestelle Blutergüsse bilden und noch einige Tage Schmerzen auftreten. Manche Spender reagieren auf die Vollnarkose mit Übelkeit. Wie bei jeder anderen kleinen Wunde auch besteht ein Infektionsrisiko.



Für viele Leukämiepatienten ist die Transplantation von Stammzellen die einzige Chance im Kampf gegen den Blutkrebs.

Auf jeden Fall erfolgen vor der Spende eine ausführliche Aufklärung sowie eine eingehende Untersuchung des Spenders um eine Gesundheitsgefährdung auszuschließen. Erst wenn diese Untersuchungen abgeschlossen sind, wird der Spender zur Entnahme freigegeben.

Periphere Blutstammzellentnahme:

Die heute bevorzugte Methode zur Gewinnung von autologen und allogenen Stammzellen (ca. 80%) der Entnahmen ist die so genannte periphere Blutstammzellentnahme mittels Apherese (griechisch Apherese = Wegnahme, seit 1988 angewandt). Die Apherese ist ein Verfahren zur Separation der im Blut enthaltenen Stammzellen nach geeigneter Mobilisierungstherapie mit hämatopoetischen Wachstumsfaktoren, wie z.B. G-CSF.

Dieser körpereigene Stoff, den sich der Spender über mehrere Tage hinweg spritzt, bewirkt, dass sich die Zahl der Stammzellen im Körper erhöt und in den Blutkreislauf übergeht, wo sie – ähnlich wie bei einer Blutplasmaspende – entnommen werden können. Als Nebenwirkungen dieses Stoffes können grippeartige Symptome und Knochenschmerzen auftreten. Die Ausprägung dieser Schmerzen in Reaktion auf das G-CSF ist bei jedem Menschen verschieden stark, manche spüren überhaupt keine Schmerzen andere berichten von grippeähnlichen Symptomen.

Haben Sie darüber hinaus Fragen oder Zweifel? Unsere Ärztliche Leiterin der Apherese steht Ihnen für Rückfragen zur Verfügung:

Sieglinde Wolf
Fachärztin Transfusionsmedizin

Stefan-Morsch-Stiftung
Dambacher Weg 3
55765 Birkenfeld/Nahe

Telefon: +49 6782 9933-30
Fax: +49 6782 9933-38

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Die Entscheidung zur Spende ist freiwillig

und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Jeder Spender sollte sich jedoch schon vor der Aufnahme in die Datei eingehende Gedanken machen, ob er sich letztendlich als Spender zur Verfügung stellen möchte.

Sobald die vorbereitende Phase zur Transplantation für den Patienten beginnt, kann der Patient ohne die "neuen", gesunden Stammzellen des Spenders nicht überleben. Ein Rücktritt zu diesem Zeitpunkt hätte fatale Folgen.