Trauer um den 10jährigen Simon aus Menden
21.04.2012
Auf Wunsch der Familie wird die Typisierungsaktion in Menden wie geplant stattfinden  - in Gedenken an Simon


Der Gründer der Stefan-Morsch-Stiftung, Emil Morsch, beim Info-Abend in Menden zusammen mit dem Mitorganisator der Typisierungsaktion Rainer Harnischmacher (links) und Stefan Brinkschulte, einem seit langem registrierten Stammzellspender

Simon ist tot. Der zehnjährige Mendener, der so gerne Fußball spielte, litt an einem "Myelodysplastischen Syndrom". Das ist eine schwere Erkrankung des blutbildenden Systems. Vor fast zwei Wochen hatte er in der Uni-Klinik Münster eine Knochenmarktransplantation bekommen. Damit war die Hoffnung auf ein gesundes Leben verbunden. Mit einer Chemotherapie war Simon auf die Übertragung der Stammzellen vorbereitet worden.


Das war die Voraussetzung, mit der sein Immunsystem praktisch komplett ausgeschaltet wurde, damit das Transplantat ein neues blutbildendes System aufbauen kann. Deshalb musste  Simon in einer speziellen Quarantäne-Station verlegt werden, wo er vor Infektionen geschützt werden sollte. Denn ohne Imunsystem war er krank machenden Keimen schutzlos ausgeliefert.  Seine Familie und seine Freunde hofften mit ihm und organisierten für den 29. April eine Typisierungsaktion mit der Stefan-Morsch-Stiftung. Sie wollten neue Spender für die Stammzell-Spenderdatei  der Stiftung werben, die seit mehr als 25 Jahren Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke bietet.


Simon war nach der Transplantation zwar schlapp und müde. Er wollte  aber wieder nach Hause  – zurück zu seiner Familie und zu seinen Freunden. Zurück in ein normales Leben mit seiner  Schulklasse und seinem Fußball-Verein, dem DJK Bösperde.


Doch am vergangenen Freitag bekam Simon eine schwere Infektion.  Seine Tante Sabine Sinemus berichtet, dass er infolge dessen innerhalb weniger Stunden starb. Die Typisierungsaktion, die Sabine Sinemus gemeinsam mit vielen anderen ehrenamtlichen Helfern initiiert hatte, wird trotzdem stattfinden – in Gedenken an Simon. Emil Morsch, Gründer der nach seinem Sohn benannten Stefan Morsch-Stiftung, ist betroffen: „Meine Gedanken sind bei der Familie und bei den Freunden von Simon.“


Die Typisierungsaktion, die in den vergangenen Wochen von vielen ehrenamtlichen Helfern organisiert worden ist, wird auf Wunsch der Familie wie geplant am Sonntag, 29. April, 12 bis 17 Uhr,Bahnhofstraße 7, in der HBL-Halle stattfinden. 



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