Hier erklären wir Ihnen einige relevante Fachbegriffe. Einfach ein Stichwort anklicken und schon erscheint die Erklärung dazu.

AIDS
Siehe HIV
ALL
Akute lymphatische Leukämie
Allogen
Von einer anderen Person stammend bezogen auf eine Organverpflanzung (Transplantation) bedeutet dies, dass das zu verpflanzende Organ von einer anderen Person stammt.
Allogene Transplantation
Bei diesem Verfahren gibt ein gesunder Spender seine Stammzellen für einen kranken Patienten. In den Tagen vor der Transplantation wird der erkrankte Empfänger mit Chemotherapie und/oder Bestrahlung behandelt. Durch diese Vorbehandlung werden die kranken blutbildenden Zellen des Patienten zerstört. Zeitgleich erfolgt die Vorbereitung des Spenders für die Stammzellspende. Das gewonnene Stammzellpräparat wird nach der Entnahme von einem Kurier sofort zur Klinik des Patienten gebracht. Dort wird es dem Empfänger wie eine normale Blutkonserve zugeführt.
AML
Akute myeloische Leukämie
Antikörper
Substanzen, die das Immunsystem als Abwehrreaktion auf eingedrungene Fremdkörper (Antigene) bildet und die sich gegen diese Antigene einsetzen.
Apherese
Methode zur Stammzellentnahme aus dem fließenden Blut. An beiden Armen werden venöse Zugänge gelegt. Das Blut fließt von einem Arm aus durch einen so genannten Zellseparator. Der Zellseparator isoliert die notwendigen Stammzellen aus dem Blut, und die restlichen Blutbestandteile fließen über den zweiten Zugang in den Körper zurück.
Autolog
Vom eigenen Körper stammend im Bezug auf eine Stammzellverpflanzung bedeutet dies, dass die Stammzellen von dem Patienten / Patientin selbst stammen.
Autologe Transplantation
Das autologe Verfahren ist im eigentlichen Sinne gar keine Transplantation. Dem kranken Patienten wird vor der eigentlichen Behandlung ein Stammzellpräparat entnommen. Dieses wird eingefroren und in flüssigem Stickstoff gelagert. Im Anschluss erfolgt eine hoch dosierte Chemotherapie. Danach erhält der Patient seine Stammzellen zurück. Der Ablauf der autologen Transplantation ist dem der allogenen Transplantation also sehr ähnlich, nur dass hier kein fremder Spender benötigt wird. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass hier ein höheres Risiko eines Rückfalls besteht. In vielen Fällen bietet die autologe Transplantation daher keine Chance auf eine vollständige Heilung des Patienten.
Blasten
Noch nicht entdifferenzierte (unreife) Zellen
Blutkörperchen
Siehe Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Leukozyten (weiße Blutkörperchen)
Blutkrebs
Siehe Leukämie
Blutplasma
Als Blutplasma bezeichnet man den flüssigen Anteil des Blutes (Blutplasma = Blutflüssigkeit). Das Blutplasma macht etwa 55 Prozent der Gesamtmenge des Blutes aus. Es ist eine hellgelbe, klare Flüssigkeit, die nach einer fettreichen Mahlzeit auch einmal milchig trüb werden kann. Im Plasma schwimmen die Blutzellen.
91 Prozent des Blutplasmas sind Wasser, in dem in einem geringen Anteil Salze, Mineralien, Kohlenhydrate und Fette gelöst sind. Wesentlich bedeutender sind aber die heute bekannten etwa 120 verschiedenen Proteine (Eiweiße), die ebenfalls im Plasma enthalten sind. Diese Proteine und ihre lebenswichtigen Funktionen sind der Grund für die große Bedeutung des Plasmas in der modernen Medizin und Pharmazie.
Blutplättchen BMDW
Die Abkürzung BMDW steht für „Bone Marrow Donors Worldwide“. Die BMDW-Datei ist das weltweite Zentralregister für Stammzell- und Knochenmarkspender. In ihr laufen alle Daten von potentiellen Spendern aus der ganzen Welt zusammen. Dort sind inzwischen mehr als acht Millionen Menschen registriert.
Chemotherapie
Einsatz von starken Medikamenten zur spezifischen Hemmung von Tumorzellen. Im Vorfeld einer Stammzelltransplantation wird der Patient mit einer Chemotherapie behandelt, die die bösartigen Zellen im Körper zerstören soll. Nach einer solchen Therapie ist der Patient auf eine Stammzellspende angewiesen um zu überleben.
Chromosom
Träger der Erbinformation im Zellkern
chronisch
Über längere Zeit bestehend bzw. verlaufend
CLL
Chronische lymphatische Leukämie
CML
Chronisch myeloische Leukämie
Confirmatory Typing
Bestätigungstestung; siehe CT
CT
Confirmatory Typing (Bestätigungstestung)
Im Rahmen der Spendersuche die Kontrolluntersuchung der HLA-Werte Klasse I (A, B, C) und Klasse II (DR, DQ), molekularbiologisch, hochauflösend. Zur Bestätigung aller vom Spender vorliegenden HLA-Gewebemerkmale, erweitert um die Infektionsserologie (z.B. Hepatitis C und HIV)
DLH
Deutsche Leukämiehilfe e.V.
DNA
Desoxyribonucleic Acid - die englische und international gebräuchliche Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure (DNS)
Erythrozyten
rote Blutkörperchen
G-CSF
G-CSF ist die Abkürzung des englischen „Granulocyte-Colony Stimulating Factor“ (deutsch: Granulozyten-Kolonien stimulierender Faktor). G-CSF kommt natürlich im Körper eines Menschen vor und stimuliert die Reifung und Differenzierung von bestimmten Blutbestandteilen. Vor einer peripheren Stammzellentnahme wird dem Spender dieser Wachstumsfaktor über einen Zeitraum von etwa vier Tagen verabreicht. Dadurch wird die Konzentration von Stammzellen im Blut erhöht.
GvL
Graft-Versus-Leukemia- Effekt ( Transplantat-gegen Leukämie (oder Tumor)-Effekt: Die Immunzellen des Spenders greifen die Leukämiezellen im Empfänger an.
GvHD
Transplantat gegen Wirt Erkrankung. Die Spender-Lymphozyten wenden sich gegen Empfänger-Gewebe.
Hämoglobin
Roter Farbstoff, in den Erytrozyten (siehe Erytrozyten) - verantwortlich für den Transport und Bindung von Sauerstoff (HB-Wert)
Hepatische GvH
Die Spender-Lymphozyten wenden sich gegen das Lebergewebe des Empfängers
Hickmann Katheter
Zentralvenöser Zugang für Infusionen und Blutabnahmen, unter anderem bei KMT (siehe KMT) mehrere Zuleitungen, benannt nach Hickmann
HLA Antigen
Human Leukozyte Antigen
Menschliches Leukozytenantigen (Individuelle Körpereigenschaft - Merkmale zur Typisierung)
Hepatitis
Unter dem Begriff Hepatitis versteht man Erkrankungen, die mit einer Entzündung der Leber und einer Schädigung der Leberzellen einhergehen. Hepatitis kann unter anderem auch durch Viren, Bakterien oder auch durch Alkohol hervorgerufen werden. Gegenwärtig werden fünf Formen der Virus-Hepatitis unterschieden: Hepatitis A, B, C, D und E.
HIV
HIV ist die Abkürzung für „Human Immunodeficiency Virus“ (Humanes Immundefizienz-Virus). Das Virus schwächt das Immunsystem des Infizierten und führt beim Menschen zum Ausbruch von AIDS (Acquired Immuno Deficiency Syndrome). Übertragen wird das HI-Virus durch Blut und Sexualkontakte. Besonders gefährdet sind daher Menschen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben oder Fixer, die benutzte Spritzen tauschen.
HLA-Gewebemerkmale
HLA ist eine Abkürzung für den englischen Begriff „human leucocyte antigen“ (deutsch: menschliches Leukozytenantigen). Diese Merkmale sind in die Membranen jeder Körperzelle eingebaut und sind entscheidend für die Gewebeverträglichkeit bei Transplantationen.
Immunsystem
Körpereigenes Abwehrsystem gegen körperfremde Substanzen (Antigene) - bestehend teils aus weißen Blutkörperchen und Antikörpern
Interferon
Gruppe von körpereigenen Substanzen, die der Verständigung zwischen Immunzellen dienen und die Abwehr von Zellen gegen Virusinfektionen stärken.
Knochenmark
Das Knochenmark befindet sich im Inneren der großen Knochen (Beckenkamm, Brustbein, Oberschenkelknochen, etc.). Es enthält die für die Blutproduktion notwendigen Stammzellen. Bei Leukämiekranken ist dieser Vorgang gestört. Knochenmark ist nicht zu verwechseln mit dem zum Nervensystem gehörenden Rückenmark.
Konventionelle Knochenmarkspende
Die herkömmliche (konventionelle) Knochenmarkspende ist ein kleiner operativer Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird. In etwa einer Stunde werden dabei 0,5-1,5 Liter Knochenmarkblut aus dem Beckenkamm abgesaugt. Das entnommene Knochenmark wird in wenigen Wochen nachgebildet.
KMT
Knochenmarktransplantation
Knochenmarkpunktion
Gewinnung von Knochenmark zu Untersuchungszwecken durch Punktion (= einstechen) mit einer Kanüle
Knochenmarktransplantation
Übertragung von Knochenmark eines gesunden Spenders auf einen identen Patienten
Konditionierug
Vorbereitung auf die Transplantation mit Chemotherapie und/oder Bestrahlung
Leukämie
Leukämie (Blutkrebs) bewirkt die fehlerhafte Bildung der Blutzellen in den Hohlräumen der Knochen. Unreife Zellen treten aus dem Knochenmark aus und können ihre angedachte Funktion nicht erfüllen. Vielfach ist bei diesen schwerwiegenden Erkrankungen eine Heilung nur durch die Transplantation gesunder blutbildender Zellen möglich.
Leukozyten
Hauptaufgabe: Abwehr von Krankheitserregern - Polizei im Körper.
Leukozyten, auch weiße Blutkörperchen, sind farblose Blutzellen. Sie dienen im Körper u.a. zur Abwehr von Infektionen. Unter dem Begriff Leukozyten werden verschiedene Blutkörperchen (Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten) zusammengefasst.
Malaria
Die Malaria ist die häufigste Tropenkrankheit, an der nach Schätzungen der WHO weltweit mehr als 300 Millionen Menschen jährlich erkranken. Die Übertragung der Malaria erfolgt über einen Stich der Anophelesmücke. Das charakteristische Symptom der Malaria ist periodisch auftretendes Fieber. Zur Behandlung stehen mehrere hochwirksame Medikamente zur Verfügung. Eine Impfung existiert derzeit noch nicht.
Monozyten
Gruppe von weißen Blutkörperchen, die Bakterien bekämpfen können
Periphere Blutstammzellentnahme
Die Gewinnung der zur Transplantation benötigten Stammzellen erfolgt hier direkt aus dem Blut des Spenders mit einem Verfahren, welches auch Stammzellapherese genannt wird. Nach der Gabe eines Wachstumsfaktors (G-CSF) werden die Zellen durch einen maschinellen Zellseparator von den übrigen Blutbestandteilen getrennt. Das „Restblut“ wird dem Spender zurückgeführt.
Philadelphia-Chromosom
Chromosom, das durch Übertragung (Translokation) eines Teils des langen Arms auf Chromosom 9 (Defekt eines Chromosoms des 22. Paares) entstanden ist; "verantwortlich" für die Entstehung von Leukämie, besonders häufig bei CML
Plasma Remission
vorübergehende oder dauerhafte Rückbildung von Krankheitszeichen. Bei Krebs: Partielle Remission = teilweises Verschwinden oder Verkleinerung von Tumoren; komplette Remission = kein Tumor nachweisbar.
Rückenmark
Das Rückenmark gehört zum Nervensystem des Körpers. Es ist nicht zu verwechseln mit dem Blutbildenden Knochenmark. Das Rückenmark ist ein etwa fingerdicker Strang, der in der Wirbelsäule liegt und wichtige motorische und sensible Nervenbahnen enthält.
Stammzellen
Blutstammzellen sind undifferenzierte oder wenig differenzierte Zellen und dienen der Blutbildung. Aus diesen Mutterzellen entwickeln sich die verschiedenen Blutkörperchen. Normalerweise befinden sich diese Stammzellen im Knochenmark, insbesondere im Beckenkamm, im Brustbein und in den Rippen.
Stammzellapharese Thrombozyten
Blutplättchen, deren Hauptaufgabe in der Aufrechterhaltung der Blutgerinnung liegt
Transplantation
Verpflanzung von Gewebe, eines Organs oder Organteils von einem Organismus (Spender) auf einen anderen (Empfänger).
Tuberkulose
Tuberkulose, auch Schwindsucht genannt, ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Am häufigsten bilden sich dabei Entzündungsherde in der Lunge, aber auch in anderen Körperteilen. Krankheitsauslöser sind Tuberkelbakterien, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Jährlich sterben weltweit ungefähr drei Millionen Menschen an den Folgen der Tuberkulose.
Typisierung
Bestimmung von Merkmalen (z.B. HLA-Typisierung = Bestimmung der HLA-Merkmale)
Zellseparator
Spezielles Gerät, welches das Blut mit Hilfe einer Zentrifuge in seine verschiedenen Bestandteile (in rote oder weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) aufteilen kann. Damit können die Stammzellen aus dem zirkulierenden Blut getrennt werden, während die anderen Blutbestandteile dem Spender wieder zurück transfundiert werden.
Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschland
Sammelt die Daten der Spender, die von den verschiedenen Spenderdateien (z.B. Stefan-Morsch-Stiftung) in Deutschland in anonymisierter Form übermittelt werden. In diesem Datenbestand wird auf Anfrage für Patienten aus dem In- und Ausland nach potentiell geeigneten Stammzellspendern gesucht.
ZKRD
Zentrales Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Ulm
Zytostatika
Medikamente, die das Wachstum von Krebszellen hemmen, aber auch normale Gewebe schädigen können.