Ablauf einer Spende

Ausgewählte Stammzellspender haben bereits einige Blutuntersuchungen hinter sich gebracht. Die Verträglichkeit zwischen ihnen (also dem Spender) und dem Empfänger (dem Patienten) wurde somit überprüft und ist unter anderem für den Erfolg der Transplantation entscheidend.

Nach Auswahl des passenden Spenders durch den behandelnden Arzt des Patienten erfolgt circa vier Wochen vor der Spende eine umfangreiche medizinische Untersuchung beim Spender. Diese erfolgt direkt im Entnahmezentrum. Der Zeitraum zur Durchführung dieser Untersuchungen beträgt etwa 3 - 5 Stunden, wobei es, bedingt durch die unterschiedlichen Untersuchungen, aber zu weiteren Wartezeiten kommen kann.

Zweck der Voruntersuchung ist zum einen die Feststellung der Spendetauglichkeit des Spenders selbst und zum anderen die Reduzierung des Risikos für den Patienten bei der Transplantation.

Die Voruntersuchung zur Stammzellentnahme erfolgt nach Möglichkeit bei uns im Entnahmezentrum in Birkenfeld, da wir den Spender während den anstehenden Untersuchungen und der späteren Spende gerne persönlich betreuen möchten.

(Klicken Sie einfach auf die Überschriften um die Texte lesen zu können.) Die Schritte der Voruntersuchung im Überblick

  1. Ausfüllen eines ausführlichen Fragebogens zur Krankengeschichte des Spenders.
  2. Aufklärendes Gespräch über die Reihenfolge der einzelnen Schritte bis hin zur Spende.
  3. Entnahme weiterer Blutproben für die Untersuchung weiterer Marker wie z. B. Blutbild, Leberwerte, HIV (AIDS), infektiöse Gelbsucht u.v.a.m.. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden in Kopie zur Verfügung gestellt, dabei vorgefundene Auffälligkeiten direkt angesprochen und falls erforderlich weitere notwendige Untersuchungen veranlasst.
  4. Umfassende körperliche Untersuchung durch die Ärzte des Entnahmezentrums. Hierzu gehören auch eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes und ein Ruhe-EKG (Elektro-Kardiogramm). Weitere Untersuchungen, wie beispielsweise eine Röntgenuntersuchung der Lunge können hinzukommen, falls sich bei der eingehenden körperlichen Untersuchung der Bedarf der Abklärung einer möglichen Lungenerkrankung ergibt.
  5. Eingehende Aufklärung über die Arten der Spende.
  6. Ausführliches Gespräch mit dem Entnahmearzt, in dem der gesamte Ablauf einschließlich der zu erwartenden Wirkungen und Nebenwirkungen der Stammzellspende erklärt werden. Beantwortung noch offener Fragen zum Abschluss der Voruntersuchung.
Nach der Voruntersuchung dauert es etwa 7 - 10 Tage, bis die Spender weitere Informationen zur Durchführung der Spende erhalten; Termine werden abgestimmt und endgültig festgelegt.

Für die Stammzellentnahme gibt es zwei Möglichkeiten:
  1. Die Entnahme von Stammzellen aus dem peripheren Blut.
Dieses Verfahren ist die vorwiegend angewandte Methode. Hierbei gewinnt man die zur Transplantation benötigten Stammzellen aus dem Venenblut des Spenders. Darum muss zunächst die Zahl der Stammzellen im Blut erhöht werden. Hierzu ist eine ca. viertägige Vorbehandlung des Spenders mit dem Wachstumsfaktor G-CSF erforderlich. Das Medikament wird zweimal täglich unter die Haut gespritzt. Dieser Wachstumsfaktor entsteht auch auf natürliche Weise im menschlichen Organismus, z.B. bei Infektionen. Er bewirkt, dass Stammzellen vom Knochenmark in das periphere Blut übertreten. Zur eigentlichen Stammzellgewinnung benutzt man ein spezielles Verfahren, welches Stammzellapherese genannt wird. Bei dieser Methode wird das Blut des Spenders in einem ständigen Kreislauf aus einer Armvene durch einen Zellseparator geleitet und durch einen weiteren Zugang wieder zurückgeführt. Für die Stammzellseparationen stehen bundesweit verschiedene Institutionen zur Verfügung. Die Entnahme findet möglichst in Wohnortnähe des Spenders statt und dauert vier bis fünf Stunden. In einigen Fällen muss sie am folgenden Tag wiederholt werden, um die benötigte Menge von Stammzellen zu erhalten. Die Spende wird ambulant durchgeführt. Es ist kein stationärer Aufenthalt mit operativem Eingriff und Narkose erforderlich.

 
  1. Die Entnahme von Stammzellen durch Punktion des Beckens
Bei diesem Verfahren zur Stammzellgewinnung wird Knochenmark durch Punktion des Beckenkamms entnommen. Diese Methode wird mittlerweile seltener angewendet. Der Eingriff wird stationär in einer Klinik vorgenommen, die über langjährige Erfahrung mit der Knochenmarkentnahme verfügt und für die Entnahme zugelassen ist.

Um das Knochenmark schmerzlos entnehmen zu können, erhält der Spender eine Vollnarkose. Das Knochenmark lässt sich am besten aus dem Beckenkamm entnehmen. Dabei wird, je nach Gewicht des Patienten, zwischen 0,8 und 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch durch eine Punktionsnadel abgesaugt. Die Entnahme dauert etwa eine Stunde.

Da es bei der Punktion zu einem größeren Blutverlust kommt, wird gegebenenfalls vor dem Eingriff eine Eigenblutentnahme durchgeführt. Die so gewonnene Blutkonserve wird dem Spender während des Eingriffes zugeführt. Die entnommene Menge an Knochenmark wird im Körper innerhalb weniger Wochen nachgebildet.

An dieser Stelle möchten wir Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Begriff Knochenmark nicht mit Rückenmark verwechselt werden darf. Knochenmark ist blutbildendes Gewebe, das in bestimmten Knochen vorkommt, Rückenmark liegt dagegen im Wirbelkanal und ist ein Teil des Nervensystems, der nicht transplantiert werden kann.

Ob von einem Spender eine Blutstammzellentnahme oder eine Knochenmarkentnahme erbeten wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die in der Regel mit der Grunderkrankung des Patienten bzw. seinem aktuellen Gesundheitsstatus zusammenhängen und welche die höchste Aussicht auf Erfolg verspricht. Im Rahmen der Voruntersuchung und des Aufklärungsgesprächs werden beide Spendearten ausführlich mit Ihnen besprochen. Eine generelle Bereitschaft für beide Entnahmearten wäre jedoch sehr positiv. Sie als Spender können entscheiden, welche Spendeart für Sie in Frage kommt. Wir werden dies mit dem Transplantationszentrum besprechen, das danach eine endgültige Entscheidung treffen wird.

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